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Infoservice Pflanzenbau und Pflanzenschutz - Ackerbau



Ausgabe 7 / 22.05.2020

 

Wintertriticale

Frühe Bestände fangen bereits an zu blühen. Wenn am Vorgewende die ersten Staubbeutel sichtbar sind, ist der Bestand in der Mitte in der Regel gerade in der Blüte. Der für morgen angesagte Regen stellt somit bei entsprechender Fruchtfolge (Vorfrucht Mais oder Weizen) ein gewisses Risiko für Fusariumbefall dar. Eine Behandlung innerhalb von maximal 3 Tagen nach dem Regen kann dann mit fusariumwirksamen Mitteln, wie beispielsweise Osiris, Input Classic und Triple, Proline/Curbatur, Prosaro/Sympara oder Skyway Xpro durchgeführt werden.



Winterweizen

In den frühen Lagen schieben bereits die Ähren. Hier sollte dann kein Wachstumsregler mehr eingesetzt werden. In den Höhenlagen oder bei spät gesäten Weizen ist jetzt meist das Fahnenblatt voll entwickelt. Bei Bedarf kann hier noch mit einem Wachstumsregler zum Fungizid gefahren werden. Die Bestände sind meist sehr gesund, zum Teil wird jetzt etwas DTR und/oder Septoria  gefunden. Mögliche Mittel für die Abschlussbehandlung sind u.a. Elatus Era, Ascra Xpro, Ceriax, Adexar oder das neue Revytrex + Comet. Wer keine Fusariumbehandlung plant, kann die Abschlussbehandlung ab nächster Woche ins Auge fassen. Wer günstige Faktoren für Fusariumbefall hat (Fruchtfolge, anfällige Sorte,…) und bis jetzt sehr gesunde Bestände vorfindet, kann unter Umständen die Fungizidbehandlung noch schieben und eine gezielte Fusariumbehandlung in der Blüte durchführen. Mittelwahl siehe Wintertriticale oben. Beobachten Sie dann aber ihre Bestände intensiv, insbesondere ist auf Gelbrost zu achten. Bei Befall sollte umgehend behandelt werden.



Sommergerste

Viele Sommergersten erreichen jetzt das 1-2 Knoten Stadium. Dies ist der richtige Zeitpunkt zur Einkürzung. Wer die Standfestigkeit absichern will, kann hier dann eine verhaltene Wachstumsreglermaßnahme (zum Beispiel Moddus, Calma, Countdown,  Prodax oder Fabulis OD) mit einem Fungizid (zum Beispiel Input Classic, Input Triple oder Proline+Vegas) kombinieren. In gesunden Beständen (auf Mehltau achten) und standfesten Sorten kann auch eine Einmalbehandlung auf das voll entwickelte Fahnenblatt ausreichend sein. Der Zusatz eines Wachstumsreglers ist auch hier noch möglich, was dann aber hauptsächlich nur noch gegen das Ährenknicken hilft. Es ist darauf zu achten, dass noch keine Grannen spitzen, da sonst unter Umständen die Ähre stecken bleiben kann. Die Aufwandmenge des Wachstumsreglers sollte in Mischung mit Fungiziden etwas reduziert werden.



Mais

Der Mais ist größtenteils gut aufgelaufen und befindet sich meist im 2-4 Blatt Stadium. Teilweise haben die Bestände unter dem Frost gelitten, was sich aber in der Regel wieder verwächst. Die Herbizidbehandlung sollte im oben genannten Stadium erfolgen, da die noch kleinen Unkräuter besser bekämpft werden können und eine frühe Behandlung auch für den Mais schonender ist. Allerdings sind auf Samstag wieder Niederschläge angekündigt. Wer nach dem Regen fährt, sollte erst fahren, wenn die Pflanzen (insbesondere die Tüte) wieder trocken sind. Dies kann schon 2-3 Tage dauern. Mittelwahl siehe voriges Rundschreiben.

 

 

Pflanzenproduktionsberater

Thomas Kielmann
Tel.: 07161 202-2522, mobil 0152 22775818






Ausgabe 6 / 30.04.2020

 

Allgemein

Je nach Region sind jetzt um die 10 - 15 mm/m² Regen gefallen und es ist zum Glück noch weiterer Regen angekündigt. Nun gilt es die Bestände im Auge zu behalten, sowohl in Bezug auf Unkräuter und –gräser, als auch auf pilzliche Infektionen.

Wintergerste

Nach den gefallenen und weiter angesagten Niederschlägen oder auch zwischendurch sollte nun, wo noch nicht geschehen, die Abschlussbehandlung durchgeführt werden (bei einer Einmalbehandlung frühestens auf das voll entwickelte Fahnenbatt). Chlorthalonilhaltige Kombinationen sollten in diesem Jahr nochmal gefahren werden. Diese dürfen nur noch HEUTE gekauft und bis 20.05.2020 eingesetzt werden. Dann sollte alles aufgebraucht sein. Siehe vorheriges Rundschreiben.



Winterweizen

Beim Weizen gibt es sehr unterschiedlich weit entwickelte Bestände. Zum Teil wird erst das 1-2 Knoten Stadium erreicht und zum Teil ist schon das Fahnenblatt sichtbar. In gesunden Beständen kann eventuell eine Einmalbehandlung auf das möglichst voll entwickelte Fahnenblatt durchgeführt werden. Hier kann dann unter Umständen noch ein Wachstumsregler mitgenommen werden. Wer vorher die Standfestigkeit absichern will, sollte dies im 1-2 Knoten Stadium tun. Hier haben wir die beste Einkürzungsleistung. Dies kann dann je nach Infektionssituation mit oder ohne Fungizid erfolgen. Im vorderen Bereich empfehlen sich z.B. Input Classic oder Triple, Capalo (dieses Jahr aufbrauchen), Revystar + Flexity odder Unix Top. Mögliche Mittel für die Abschlussbehandlung sind u.a. Elatus Era, Ascra Xpro, Ceriax oder Gigant.



Sommergerste

Die Sommergersten werden nun auch einen Wachstumsschub machen, so dass hier dann in der Regel nach dem Regen die Unkraut- und Ungrasbekämpfung ansteht. Als Gräsermittel ist nur 1,2 l/ha Axial 50 zu empfehlen. Mögliche Mischpartner sind beispielsweise 70 gr/ha Biathlon 4D + 1,0 l/ha Dash, 60 gr/ha Alliance + 60 ml/ha Saracen (oder 120 ml/ha Primus Perfect), max. 1,5 l/ha Duplosan Super oder 1,0 l/ha Omnera LQM. Achten Sie, wie bei allen Herbizidmaßnahmen, auf gute Spritzbeding-ungen, insbesondere auf mind. 50 besser 60 % relative Luftfeuchte. In den Morgenstunden nach nächtlichem Tau sind die Blätter weicher, die Wachsschicht bei den Ungräser dünner und das Pflanzenschutzmittel kann besser aufgenommen werden. Eine frühe Behandlung verspricht einen besseren Bekämpfungserfolg, allerdings sollte auch das meiste aufgelaufen sein.



Mais

Durch die nun etwas feuchteren Bedingungen kann eventuell auch wieder mit Bodenherbiziden gearbeitet werden. Ein Einsatz im Vorauflauf ist hier zu empfehlen, auch wenn einzelne Mittel im frühen Nachauflauf noch möglich wären. Mögliche Bodenmittel im Vorauflauf sind beispielsweise Activus SC, Stomp Aqua, Spectrum Plus oder Adengo. Vorteile sind die Hirse-Dauerwirkung und eine sehr gute Storchschnabel-Wirkung. Es kann allerdings unter Umständen eine zusätzliche Behandlung im Nachauflauf nötig sein.

Die reinen Nachauflauf-Behandlungen sollten frühzeitig ab dem 2-4 Blattstadium erfolgen. Bei nur (bzw. vorwiegend) über das Blatt wirkenden Mitteln, sollten die Ungräser und –kräuter aufgelaufen sein.

Grundsätzlich gilt:

- Keine zu großen Temperaturschwankungen Tag / Nacht

- Max. 25 °C Tageshöchsttemperatur

- Wüchsiges Wetter

- Vitale und trockene Pflanzen, auch in der Tüte, mit guter Wachsschicht (ca. 48 h nach Regen)



Normale Verunkrautung:

Elumis Peak Pack, Elumis Arrat Pack, Arigo B Pack oder eigene Mischungen aus z.B. Samson 4 SC, Motivell, Cato, Task und Nagano (Callisto + Certrol B in Fertigformulierung) oder Callisto, Maran, Simba 100 mit Buctril oder Onyx.

In unserem Maisversuch in Heiningen im letzten Jahr haben sich neben den bekannten Varianten mit Arigo, Elumis oder Maister Power besonders auch die Variante mit 0,75 l/ha Motivell Forte + 0,2 g/ha Arrat + 1,0 l/ha Dash bewährt. Letztere hat ein äußerst interessantes Preis-/Leistungsverhältnis, allerdings keine Hirse-Dauerwirkung.

 

Mit Hirse-Dauerwirkung:

MaisTer Power, Elumis P Dual Pack, Activus SC, Spectrum Aqua Pack, Spectrum Plus…

 

Beachten sie neben den jeweiligen produktspezifischen Anwendungsbestimmungen noch folgende Auflagen:



PROSULFURON: Eine Behandlung mit prosulfuronhaltigen Pflanzenschutzmitteln (Peak) und einer Aufwandmenge von 20 g/ha darf nur einmalig innerhalb eines Dreijahreszeitraums auf derselben Fläche erfolgen. Dies gilt auch rückwirkend, d.h. wenn Sie in 2018 oder 2019 diesen Wirkstoff eingesetzt haben, darf dieses Mittel in 2020 nicht angewendet werden.

NICOSULFURON: Auf derselben Fläche im folgenden Kalenderjahr keine Anwendung von Mitteln mit dem Wirkstoff Nicosulfuron z.B. Motivell, Kelvin, Milagro, Samson 4 SC, Arigo und Elumis! Somit bleiben bei Mais nach Mais in der Regel nur noch die Produkte MaisTer Power und Cato + FHS im Nachauflauf oder Adengo im Vorauflauf übrig.

Stomp Aqua / Activus SC / Boxer: Mindestens 300 l/ha Wasser, ganze Fläche mit mindestens 90 % Abdriftminderung fahren, max. Fahrgeschwindigkeit 7,5 km/h und max. Windgeschwindigkeit 3 m/s.

Außerdem zu beachten: Im Wasserschutzgebiet, auch im Normalgebiet (OGL), darf kein terbutylazinhaltiges Pflanzenschutzmittel ausgebracht werden. Auf allen anderen Flächen wird aus Gründen des Gewässerschutzes ebenso ausdrücklich empfohlen keine Produkte mit dem Wirkstoff Terbutylazin einzusetzen.

Das Produkt B 235 wurde vom Hersteller zurückgerufen, es ist nicht zulassungskonform. Nicht einsetzen, sondern beim Händler zurückgeben.

Bekämpfung Problemunkräuter (siehe auch  S.54 Heft „Integrierter Pflanzenschutz 2020“)

 

Wer eine Maiszünslerbekämpfung mit Trichogramma plant, sollte diese noch beim Handelspartner bestellen.

  

Pflanzenproduktionsberater

Thomas Kielmann
Tel.: 07161 202-2522, mobil 0152 22775818





Ausgabe 5 / 24.04.2020

 

Allgemein

Es ist nach wie vor deutlich zu trocken. Je nachdem welchen Wetterbericht man anschaut, kann es Mitte nächster Woche zu Gewittern mit Regen kommen. Halten Sie den Wetterbericht weiterhin im Blick. Noch ausstehende Düngergaben sollten dann unbedingt vor dem Regen ausgebracht werden. Die Pflanzenschutzmaßnahmen wären auch noch nach dem Regen möglich.



Wintergerste

Die Wintergersten sind je nach Saatzeitpunkt, Sorte, Nährstoff- und Wasserversorgung sowie Bodengüte sehr unterschiedlich weit entwickelt und sehr gesund. Daher ist eine allgemeingültige Aussage, was nun zu tun ist, äußerst schwierig. Ebenso ist entscheidend, ob bisher bereits ein Fungizid und/oder Wachstumsregler gefahren wurde und ob nächste Woche Regen kommt. Bei den früh gesäten Wintergersten spitzen bereits die Grannen. Dann ist vom Einsatz eines Wachstumsreglers abzuraten. Wer noch nichts gemacht hat und wo die Grannen noch nicht spitzen, kann bei der Fungizidbehandlung noch eine kleine Menge (0,2 – 0,25 l/ha) eines ethephonhaltigen Wachstumsreglers (Camposan Extra oder Cerone 660) mitgenommen werden. Aber bei der vorherrschenden Trockenheit und in diesem Stadium ist dies mit sehr viel Fingerspitzengefühl abzuwägen. Bei Fragen hierzu bitte melden. Eventuell kann die Fungizidbehandlung noch etwas hinausgezögert werden, so dass ein später Ramularia-Befall auch abgedeckt werden kann. Es ist auch möglich erst nach dem hoffentlich nächster Woche kommenden Regen zu fahren. Als Mittel sollte auf jeden Fall Amistar Opti oder Zakeo Opti, leider dieses Jahr zum letzten Mal, eingesetzt werden. Gehen Sie hier keinesfalls unter 1,4 l/ha. Die Anwendung ist nur noch bis 20. Mai erlaubt. Brauchen Sie alles auf, mögliche Reste müssen entsorgt werden. Kaufen müssen Sie diese Produkte allerdings bereits bis zum 30. April, danach besteht ein Verkaufsverbot. Als Zumischpartner können unter Anderen Gigant, Adexar, Aviator Xpro oder auch Elatus Era zugesetzt werden.



Winterweizen / Triticale

Auch in diesen Kulturen gibt es sehr unterschiedlich weit entwickelte Bestände. In standfesten Sorten kann je nach Versorgung mit Nährstoffen und Wasser auf einen Wachstumsreglereinsatz verzichtet werden. Wer zur Absicherung in EC 31/32 einen Wachstumsregler (0,3 – 0,5 l bzw. kg/ha Moddus bzw. Prodax) einsetzen will, kann dies solo ohne Fungizid tun. Es wäre aber auch möglich in den diesjährigen sehr gesunden Beständen in EC 32 (oder etwas später) eine etwas reduzierte Menge (mind. 80% der vollen Aufwandmenge) von z.B. Input Classic oder Capalo (in 2020 aufbrauchen)  einzusetzen und wenn es weiterhin trocken und gesund bleibt, erst wieder in der Blüte eine Fusariumbehandlung durchzuführen. Auch hier gibt es so viele Variablen, dass eine allgemein gültige Aussage schwer möglich ist, so dass hier immer individuell schlagspezifisch zu entscheiden ist.



Aktuelles aus der Zulassung

Abverkaufsfrist: bis zu diesem Datum darf das Produkt an Sie verkauft werden.

Aufbrauchfrist: bis zu diesem Datum dürfen Sie das Produkt anwenden, danach nicht mehr. Reste sind ordnungsgemäß zu entsorgen.

 

Amistar Opti: Abverkaufsfrist: 30.04.2020, Aufbrauchfrist 20.05.2020

Das bedeutet, dass Sie das Amistar Opti bis zum 20.05.2020 einsetzen dürfen, aber schon bis 30.04.2020 einkaufen müssen. Danach darf es Ihnen der Händler nicht mehr verkaufen. Kaufen Sie nur so viel, wie Sie sicher bis 20.05.2020 aufbrauchen können.



Biscaya: Abverkaufs- und Aufbrauchfrist: 03.02.2021



Wirkstoff Fenpropimorph:

(z.B. Diamant, Juwel Top, Capalo, Corbel, Opus Top)

Abverkaufsfrist: 31. Oktober 2019. Aufbrauchfrist: 31. Oktober 2020



Wirkstoff Triadimenol:

(z.B. Matador, Ceralo)

Zulassungsende:  31.08.2019. Aufbrauchfrist: 28.02.2021

 

Somit sollten Sie alle oben stehenden Produkte in diesem Jahr letztmals einsetzen und vollständig aufbrauchen.

 

Wirkstoff Epoxiconazol:

(z.B. Osiris, Epoxion, Eleando, Ceriax, Seguris, Adexar, Juwel, Champion, …)

Widerruf der Zulassung durch Zulassungsinhaber.

Abverkaufsfrist: 30.10.2020, Aufbrauchfrist: 30.10.2021



Wirkstoff Prochloraz:

(Produkte: Ampera, Kantik, Eleando, Mirage 45 EC)

Widerruf der Anwendung in Gerste.

Prochloraz-haltige Mittel dürfen in Gerste nicht mehr eingesetzt werden. Winterweizen und andere in der Zulassung festgesetzte Anwendungsgebiete sind weiterhin möglich.

 

Wirkstoff Bromoxynil:

Rückruf der Bromoxynil-Produkte B 235®, Lotus BMX, PHYTAVIS Scooter, Profi Bromo 235, UP BMX, Bromoxynil 235 und Bo 235. Diese dürfen nicht mehr eingesetzt werden. Bereits gekaufte Ware kann in Originalverpackung beim Händler zurückgegeben werden.

 

Pflanzenschutzmittel - Zulassungsstand überprüfen

Der aktuelle Stand der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln kann auf der Internetseite des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) nachgesehen werden.

>> BVL Zugelassene Pflanzenschutzmittel

Pflanzenschutzmittel die nicht mehr zugelassen sind und deren Aufbrauchfrist abgelaufen ist, müssen fachgerecht entsorgt werden.

Die Entsorgung von Pflanzenschutzmitteln und Verpackungen ist möglich über Entsorgungsfirmen, Sammelstellen der Landkreise/Kommunen (z.B. ETG, Holzheim) und Schadstoffmobilen (kleine Mengen). Keinesfalls in den Hausmüll geben.

 

Wichtige Informationen vom Regierungspräsidium Stuttgart vom 03.03.2020

Bei den anstehenden Anwendungen von Pflanzenschutzmitteln sind die Anwendungsbestimmungen zum Schutz der Oberflächengewässer zu beachten. Gewässer von wasserwirtschaftlicher Bedeutung können sie sich in FIONA (Haken bei AWGN setzen) oder unter LUBW anzeigen lassen.

Um eine Abdrift von Pflanzenschutzmitteln in Gewässer zu verhindern, werden Abstände festgelegt, die eingehalten werden müssen (NW606). Bei Verwendung verlustmindernder Technik können die Abstände in Abhängigkeit von der Abdriftminderungsklasse (50%, 75%, 90%) reduziert werden (NW605). Die Anwendung einer Reihe von Mitteln muss grundsätzlich mit einem verlustmindernden Gerät erfolgen (NW607). Nach dem Wassergesetz ist in Baden-Württemberg zudem der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auf Gewässerrandstreifen in einem Bereich von fünf Metern grundsätzlich verboten.

Um Problemen durch Abdrift aus dem Wege zu gehen, sollte beim Kauf eines neuen Düsensatzes für die Feldspritze darauf geachtet werden, dass die Abdriftminderungsklasse 90% auch bei höherem Druck und praxisüblicher Geschwindigkeit erreicht wird. In der Universaltabelle in der Mitte des Merkblattes „Integrierter Pflanzenschutz 2020“ sind deshalb nur noch solche Düsentypen aufgeführt.

Achtung: Die Einhaltung der Anwendungsbestimmungen zum Schutz der Oberflächengewässer wird im Rahmen der Fachrechtskontrollen überprüft. Ein Verstoß ist eine Ordnungswidrigkeit. Er wird durch die untere Landwirtschaftsbehörde mit einem Bußgeld geahndet und ist zudem Cross Compliance relevant.

 

Pflanzenproduktionsberater

Thomas Kielmann
Tel.: 07161 202-2522, mobil 0152 22775818





Ausgabe 4 / 17.04.2020


Mais

Aufgrund der aktuellen Trockenheit sollte die Bodenbearbeitung und die Aussaat möglichst wasserschonend durchgeführt werden. Beachten Sie, dass mit Mesurol gebeiztes Saatgut nicht mehr ausgesät werden darf. Bei einer Beizung mit Korit 420 FS darf die Aussaat nur dann mit einem pneumatischen Gerät, das mit Unterdruck arbeitet, erfolgen, wenn dieses in der "Liste der abdriftmindernden Sägeräte" des Julius-Kühn-Instituts aufgeführt ist (einzusehen unter Julius-Kühn-Institut). Im Moment ist der Einsatz eines Bodenherbizides aufgrund der trockenen Oberfläche nicht zu empfehlen. Somit sollte die Ungras- und Unkrautbekämpfung im 2-4 Blatt Stadium über blattwirkende Herbizide erfolgen.

 

Wintergetreide

In der Wintergerste ist nun teilweise das 1-2 Knotenstadium (EC 31/32) erreicht. Zum Teil sind Netzflecken, minimal Rynchosporium, aber vor allem Stressreaktionen (gelbe Blätter) sichtbar. In gesunden Beständen ist in der Regel jetzt kein Fungizid nötig, hier kann man bei der derzeitigen trockenen Witterung auf eine Einmalbehandlung zum Erscheinen des Fahnenblattes warten. Bei standfesten Sorten und nicht zu dichten Beständen kann, wenn es weiterhin so trocken bleibt, evtl. auch auf einen Wachstumsregler verzichtet werden. Wer üppige Bestände hat und auf Nummer sicher gehen will, kann jetzt auch solo mit Wachstumsregler fahren. Bei zweizeiligen Gersten 0,3 l/ha Moddus und bei mehrzeiligen ca. 0,4 l/ha Moddus. Wer jetzt keinen Wachstumsregler fährt, kann dies auch noch bis zum voll entwickelten Fahnenblatt tun, wobei der Effekt dann spürbar schwächer als in EC 31/32 ist. Es muss aber auf jeden Fall verhindert werden, dass der Wachstumsregler in die Blattscheide reinläuft, da sonst die Ähre stecken bleiben kann. Wenn die Grannen spitzen, zur Sicherheit keinen Wachstumsregler mehr einsetzen. Mögliche Mittel sind unter anderem Moddus, Prodax und/oder ein ethephonhaltiges Mittel (z.B. Cerone, Camposan). Bei der Trockenheit scheint Moddus der verträglichste Wachstumsregler zu sein. Die Aufwandmengen sind von verschiedenen Faktoren, wie Temperatur, Wasserversorgung, N-Versorgung, Sorte usw. abhängig. In Tankmischung mit einem Fungizid sollten die Aufwandmengen der Wachstumsregler etwas reduziert werden, da hier die Einkürzungsleistung verstärkt wird.

Bei Wintertriticale verhält es sich im Prinzip wie bei der Wintergerste, wobei hier in der Regel in EC 31/32 schon eine Wachstumsreglermaßnahme gefahren werden sollte. In gesunden Beständen kann dies auch ohne Fungizid sein. Mittel der Wahl sind auch hier trinexapac-haltige Mittel, wie beispielsweise 0,4 l/ha Moddus. Dann ist mal eine Grundeinkürzung vorhanden und es kann bei Bedarf später noch nachgelegt werden.

Die Herbizidbehandlungen im Winterweizen sind zum Großteil schon gelaufen. Wo diese Behandlung noch nicht erfolgt ist, sollte diese jetzt zügig abgeschlossen werden. Die Unkräuter und -gräser müssen noch getroffen werden, ansonsten ist mit Minderwirkungen zu rechnen. Blühende Unkräuter sind nur noch schwer zu bekämpfen. Weitere Informationen zum Mitteleinsatz finden Sie im vorherigen Rundschreiben. Die Zugabe von CCC erfordert sehr viel Fingerspitzengefühl und kann bei der aktuellen Trockenheit auch Schäden verursachen. Daher mit der Einkürzung noch warten und dann in EC 31/32 entscheiden, ob hier zusammen mit einem Fungizid gefahren werden muss. Dies kann jetzt relativ schnell gehen.

 

Sommergetreide

Da hier meist nur eine Wirkung über das Blatt vorhanden ist, sollten alle Unkräuter und -gräser aufgelaufen sein und auch getroffen werden. Der Einsatz sollte bei möglichst hoher Luftfeuchte auf „weiche“ Blätter erfolgen. Applikationen in den Morgenstunden nach nächtlichen Tauphasen sind von Vorteil. Bei Hochdruckwetterlage ohne nächtliche Tauphasen ist die Wachsschicht der Ungräser sehr ausgeprägt, die Wirksamkeit der Herbizide wird herabgesetzt. Alle weiteren Parameter, wie z.B. Wind, Temperatur sowie Auflagen und Anwendungsbestimmungen sind zu beachten.

In Sommergerste ist die Situation bei der Ungras- und Unkrautbekämpfung im Prinzip wie bei der im Herbst nicht behandelten Wintergerste. Zur Gräserbekämpfung bleibt nur Axial 50 mit entsprechenden Mischpartnern gegen breitblättrige Unkräuter übrig. Diese sind z.B. 70 gr/ha Biathlon 4D + 1,0 l/ha Dash oder 60 gr/ha Alliance / Pelican Delta + 60 ml/ha Troller / Axclean.

In Sommerhafer steht derzeit kein zugelassenes Gräsermittel zur Verfügung. Zur Bekämpfung von breitblättrigen Unkräutern können zum Beispiel Duplosan Super, Concert SX, Primus Perfect oder das breit wirksame Pointer Plus eingesetzt werden.

  

Pflanzenproduktionsberater

Thomas Kielmann
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Ausgabe 3 / 02.04.2020


Allgemein

Der Frühling scheint nun wirklich zu kommen. Es werden ab Ende dieser Woche deutlich wärmere Temperaturen vorhergesagt. Zum Teil kann es noch leichten Bodenfrost geben. Niederschläge sind vorerst nicht in Sicht. Mit den steigenden Temperaturen wird jetzt auch der bereits ausgebrachte Dünger zur Wirkung kommen, so dass nun eine zügige Entwicklung von allen Kulturen, aber auch Ungräsern bzw. -kräutern zu erwarten ist. Behalten Sie Ihre Bestände im Blick. Achten Sie auch auf Erstinfektionen pilzlicher Art. Eine in Getreide bei Bedarf notwendige Wachstumsreglermaßnahme hat den besten Effekt in EC 31/32, bis dahin dauert es noch etwas.



Winterraps

Beim Winterraps sieht man dieses Jahr wieder sehr unterschiedlich entwickelte Bestände. Zum Teil fangen im Raps bereits Einzelpflanzen an zu blühen, in den Höhenlagen dagegen werden jetzt teilweise erst die Hauptknospen freigelegt. Der Frost hat teilweise seine Spuren in Form von gebogenen und aufgeplatzten Stängel hinterlassen. In der Regel verkorken diese Risse wieder.
Kontrollieren Sie jetzt in den kommenden Tagen regelmäßig ihre Gelbschalen. Bei den warmen Temperaturen ist erneuter Zuflug zu erwarten. Die Kontrolle des Rapsglanzkäfers sollte durch Zählen bzw. Abklopfen am Haupttrieb erfolgen. Führen Sie eine Behandlung erst nach Überschreiten der Schadschwelle durch. Siehe zu Schadschwellen auch die Warndienste Nr. 1 und 2. Mögliche Mittel sind neben Mavrik Vita / Evure oder auch Biscaya und Mospilan SG / Danjiri auch noch Trebon 30 EC.
Wichtig: Biscaya darf in diesem Jahr zum letzten Mal angewandt werden. Brauchen Sie daher alle Reste auf.
Beachten Sie auch unbedingt, dass sich die Bieneneinstufung einiger Insektizide bei einer Tankmischung mit azolhaltigen Fungiziden ändert.
Bei Soloanwendung besitzen Mavrik Vita / Evure oder auch Biscaya und Mospilan SG / Danjiri eine B4 Einstufung. Aber auch bei diesen Produkten empfiehlt es sich in blühende Bestände erst in den Abendstunden nach dem täglichen Bienenflug zu fahren. Wenn der Raps vollends in die Blüte geht, muss der Rapsglanzkäfer meist nicht mehr bekämpft werden, da er dann keinen Schaden mehr anrichtet, sondern als Bestäuber unterwegs ist.
Siehe auch Broschüre Integrierter Pflanzenschutz 2020 auf Seite 62.
Bei Fragen bitte melden.



Wintergetreide

Nach den Nachtfrösten kann jetzt die Herbizidanwendung fortgesetzt bzw. abgeschlossen werden. Bis Samstag ist die relative Luftfeuchtigkeit noch kein Problem, ab nächster Woche muss dann verstärkt darauf geschaut werden. Es gibt je nach Mittel unterschiedliche Ansprüche an die Luftfeuchtigkeit. Bei z.B. Atlantis Flex oder Broadway sollte die Luftfeuchtigkeit nicht unter 60 %, bei Axial, Traxos oder Sword auf keinen Fall unter 40 % fallen. In der Regel eignet sich die Luftfeuchtigkeit in den Morgenstunden bis etwa 11 Uhr und ab den späteren Nachmittagsstunden ab 17 Uhr besser für Pflanzenschutzmaßnahmen als die heiße Mittagszeit. Wüchsiges Wetter, also Bodenfeuchte, relative Luftfeuchte > 60 % und Temperaturen über 15 °C, auch bei strahlungsarmem Wetter, fördert die Wirkung aller Herbizide. Wer Probleme mit Ackerfuchsschwanz hat, sollte das Gräsermittel solo fahren und das Unkrautmittel erst ein paar Tage später nachlegen. In der Fruchtfolge sollte dann unbedingt auf der gleichen Fläche dann jedes Jahr ein Wirkstoffwechsel erfolgen. Mittelwahl siehe Warndienst vom 16.03.20 oder bei Bedarf melden.



Sommergetreide

Die Saat ist fast überall abgeschlossen. Behalten Sie auch hier Ihre Bestände im Blick. Eine frühe Behandlung bringt auch hier den besten Erfolg, allerdings sollte natürlich alles aufgelaufen sein. Bei den Wetterbedingungen gelten die gleichen Ansprüche wie oben beschrieben.



Persönliche Schutzausrüstung (Quelle BVL)

Zur sachgerechten Anwendung von Pflanzenschutzmitteln gehört die geeignete persönliche Schutzausrüstung (PSA). Sie besteht aus Schutzanzug, Handschuhen, Kopfschutz, Augen- und Atemschutz, Gummischürze und Fußschutz. Die erforderliche Ausrüstung wird für jedes Pflanzenschutzmittel individuell festgelegt, denn sie ist abhängig von den Eigenschaften des Mittels und der Anwendungsweise. Auf der Packung eines Pflanzenschutzmittels steht, welche Ausrüstung bei dem jeweiligen Produkt vorgeschrieben ist. Wenn im Einzelfall keine spezielle Schutzausrüstung vorgeschrieben wurde, ist beim berufsmäßigen Umgang mit Pflanzenschutzmitteln aus arbeitshygienischen Gründen immer intakte Berufs- bzw. Arbeitskleidung zu tragen. Diese besteht aus einer langärmeligen Jacke und einer langen Hose bzw. einem langärmeligen Arbeitsanzug.
Weitere Informationen finden sie beim BVL. (bitte anklicken)



Pflanzenproduktionsberater
Thomas Kielmann

Tel.: 07161 202-2522, mobil 0152 22775818





Ausgabe 2 / 16.03.2020


Winterraps

Kontrollieren Sie ihre Gelbschalen. Mittels der gestern aufgestellten Gelbschale wurde bereits heute ein starker Zuflug von geflecktem Kohltriebrüßler, großem Rapsstängelrüßler und auch schon vermehrt Rapsglanzkäfer festgestellt. Nur mit 200 ml/ha Trebon 30 EC können alle 3 Schädlinge gleichzeitig bekämpft werden. Das Mittel hat eine B2-Einstufung und darf daher erst nach dem täglichen Bienenflug eingesetzt werden. Die Schadschwelle liegt beim großen Rapsstängelrüssler bei 10 Käfern, beim gefleckten Kohltriebrüssler sind es 30 Käfer pro Gelbschale innerhalb von 3 Tagen. Beim Rapsglanzkäfer liegt die Schwelle in schwachen Beständen bei 4 und in wüchsigen Beständen bei 8 Käfern je Pflanze. In den nächsten Tagen ist mit weiterem verstärktem Zuflug zu rechnen. Bei Überschreiten der Schadschwellen sollte dann umgehend behandelt werden. Siehe auch Warndienst Nr. 1 vom 04.03.2020.

 


Wintergetreide

 Allgemein

Durch die vergangenen sonnigen Tage kommt die Vegetation nun immer mehr in Fahrt, auch wenn jetzt zwischendurch wieder etwas kältere Temperaturen vorhergesagt sind. Die Böden trocknen nun wieder ab, so dass in der dieser Woche sowohl Pflanzenschutzmaßnahmen als auch die Düngung anstehen.

Die Herbstbehandlungen gegen Ackerfuchsschwanz und breitblättrige Unkräuter müssen dieses Jahr, wie auch im Jahr davor, aufgrund der trockenen Bedingungen im Herbst auf ihre Wirksamkeit überprüft werden. Kontrollieren Sie Ihre Bestände!

Ackerfuchsschwanz sollte möglichst früh und bei hoher Luftfeuchte (>50%) bekämpft werden. Nicht bei größerer Frostgefahr (unter -2 °C) und sehr hohen Tag/Nacht-Temperaturschwankungen behandeln! Zur Vermeidung von Abdrift bitte die Windgeschwindigkeiten beachten. Da bei den meisten Mitteln größtenteils nur Blattwirkung vorhanden ist, sollte der Großteil der Ungräser und -kräuter aufgelaufen sein und auch getroffen werden, allerdings dürfen sie auch nicht zu groß sein. (z.B. Ackerfuchsschwanz bis Mitte Bestockung)
Es ist darauf zu achten, dass in der Fruchtfolge möglichst nach jeder Kultur ein Wirkstoffwechsel stattfindet. Bei Bedarf gerne Beratung anfordern.
In der kommenden Woche sollte die Andüngung jetzt zügig abgeschlossen werden.

WICHTIG: Vor der ersten Düngergabe muss die Berechnung der Obergrenze nach DÜV vorliegen. Weitere Hinweise erhalten Sie unter www.duengung-bw.de

Wintergerste

Gegen Ackerfuchsschwanz kann in Gerste eigentlich nur Axial 50 eingesetzt werden. Hier sind aus Wirkungs- und Verträglichkeitsgründen nur eingeschränkt Mischungen mit Unkrautpartnern möglich. Bei Resistenzproblemen ist eine Solobehandlung mit Axial 50 empfehlenswert.
Ansonsten können z.B. 70 gr/ha Biathlon 4D + 1,0 l/ha Dash, 75 gr/ha Alliance / Pelican Delta + 75 ml/ha Troller / Axclean, Omnera LQM oder Pointer Plus gemeinsam mit dem Gräsermittel verwendet werden. Grundsätzlich ist zur Resistenzvorbeugung  in dieser Kultur eine Herbstbehandlung durchzuführen.  
 

Winterweizen / Triticale

Nach dem Auflaufen der Unkräuter und -gräser und passenden Spritzbedingungen kann hier mit der Behandlung begonnen werden. Wer eine Rapsfruchtfolge hat und noch mit z.B. Broadway zurechtkommt, kann dieses breit wirksame Mittel mit 220 gr/ha + 1,0 l/ha Netzmittel einsetzen. Bei Vorkommen von Taubnessel oder Phacelia sollte noch 0,25 l/ha Pixxaro zugesetzt werden. Wenn Trespen im Bestand sind, ist die Aufwandmenge auf 275 gr/ha + 1,1 l/ha Netzmittel zu erhöhen. Ein sehr starkes Mittel gegen Ackerfuchsschwanz stellt das neue Atlantis Flex dar. Es ist der Nachfolger vom bekannten Atlantis WG und kann ebenso in der Aufwandmenge angepasst werden. Von 200 gr/ha + 0,6 l/ha Biopower (entspricht ca. 300 gr/ha Atlantis WG) bis zu 330 gr/ha + 1,0 l/ha Biopower (entspricht ca. 500 gr/ha Atlantis WG) kann die Aufwandmenge je nach Situation variiert werden. Bei Bedarf können hier auch noch 30 l/ha AHL zugemischt werden. Auflagen Atlantis Flex: Auf drainierten Flächen nicht vor dem 15. März einsetzen. Bei einer Aufwandmenge von über 200 gr/ha und einer Hangneigung über 2 % ist ein bewachsener Randstreifen von 10 m ab Böschungsoberkante erforderlich.

Haben Sie keine Sommergerste (und eine maislastige Fruchtfolge), sollte im Weizen/Triticale zur Resistenzvorbeugung Mittel wie Traxos oder Axial als Gräsermittel verwendet werden. Als Mischpartner für die breitblättrige Wirkung können sowohl zu Atlantis Flex als auch zu Traxos / Axial z.B. 70 gr/ha Biathlon 4D + 1,0 l/ha Dash oder 75 gr/ha Alliance / Pelican Delta + 75 ml/ha Troller / Axclean verwendet werden.

Nicht zu Traxos / Axial, aber zu Atlantis Flex ist auch möglich:

40 gr/ha Artus + 75 ml/ha Saracen oder 150 ml/ha Primus Perfect

 

Sommergetreide

Sobald die Äcker wieder, ohne bleibenden Schäden zu verursachen, befahrbar sind, steht die Aussaat des Sommergetreides an. In der Sommergerste ist die Situation bei der Ungras- und Unkrautbekämpfung im Prinzip wie bei der im Herbst nicht behandelten Wintergerste. Zur Gräserbekämpfung bleibt nur Axial 50 mit entsprechenden Mischpartnern gegen breitblättrige Unkräuter übrig. Diese sind z.B. 70 gr/ha Biathlon 4D + 1,0 l/ha Dash oder 60 gr/ha Alliance / Pelican Delta + 60 ml/ha Troller / Axclean.

Da hier meist nur eine Wirkung über das Blatt vorhanden ist, sollten alle Unkräuter und -gräser aufgelaufen sein und auch getroffen werden. Alle Parameter, wie z.B. Wind, Luftfeuchte und Stadium sowie Auflagen und Anwendungsbestimmungen  sind zu beachten.

Achtung: Alliance erfordert bei einer Hangneigung von über 2 % einen bewachsenen Randstreifen von 10 m.

 

 

Glyphosat / Zwischenfrüchte (Information vom RP Stuttgart von heute)

Aufgrund des milden Winters sind verbreitet viele Winterzwischenfrüchte, insbesondere Senf und Phacelia, nicht abgefroren. Bei den vorhergesagten Temperaturen werden die Zwischenfrüchte bald zu blühen beginnen. Es muss deshalb damit gerechnet werden, dass Honigbienen, auch aus großer Entfernung, in die Zwischenfrüchte fliegen, um Pollen und Nektar zu sammeln.

Nach einer Behandlung mit Glyphosat-Mitteln sterben die Pflanzen langsam ab. Deshalb können abgespritzte blühende Bestände noch mehrere Tage von Bienen besucht werden. In den vergangenen Jahren wurde nach Behandlung blühender Bestände mit Glyphosat-Mitteln der Wirkstoff im Honig nachgewiesen. Die Rückstände lagen sogar über der zulässigen Rückstandshöchstmenge, so dass der Honig nicht mehr vermarktet werden konnte.

Um Rückstände von Glyphosat im Honig zu vermeiden, müssen in blühenden Winterzwischenfrüchten Behandlungen mit Glyphosat-Mitteln durch mechanische Maßnahmen ersetzt werden!!

Wenn ein hoher Besatz an Wurzelunkräutern den Einsatz eines Glyphosat-Mittels erforderlich macht, sind die blühenden Zwischenfrüchte zuvor abzuschlegeln.

 

Pflanzenproduktionsberater

Thomas Kielmann
Tel.: 07161 202-2522





Ausgabe 1 - 2020     03/04/2020

Allgemein

Die aktuellen Wettervorhersagen machen wenig Hoffnung, dass in den kommenden Tagen mit den Feldarbeiten begonnen bzw. diese fortgeführt werden kann. Es wird Niederschlag mit relativ niedrigen Temperaturen vorhergesagt. Ab Anfang nächster Woche sind dann etwas trockeneres Wetter und leicht steigende Temperaturen vorausgesagt. Sobald der Boden wieder -ohne bleibende Schäden zu hinterlassen- befahrbar ist, sollte die Andüngung der Bestände erfolgen. Denken Sie an die Düngebedarfsermittlung (Empfehlung: www.duengung-bw.de), die vor der ersten Düngung zu erstellen ist. Beachten Sie auch, dass flüssige Wirtschaftsdünger und Gärreste auf bestelltem Ackerland nur noch mit Schleppschlauch, Schleppschuh oder Schlitzgerät ausgebracht werden dürfen. Auf Grünland und mehrjährigem Ackerfutter sowie auf unbestelltem Ackerland (hier bei unverzüglicher Einarbeitung, spätestens 4 Stunden nach Ausbringung) ist noch eine breitflächige Ausbringung erlaubt.

Die Herbizidanwendung im Herbst hat in Getreide meist gut gewirkt. Wo dies nicht der Fall ist oder wo im Herbst nicht behandelt wurde, ist im Frühjahr eine frühe Herbizid-anwendung anzustreben, da hier von einer besseren Wirkung auszugehen ist.

Kontrollieren Sie Ihre Bestände daher in den nächsten Tagen auf Ungras- und Unkrautbesatz, um sich frühzeitig über die aktuelle Situation auf dem Feld und die richtige Mittelwahl Gedanken machen zu können.

 

Winterraps

Sobald die Temperaturen anhaltend auf über 10°C steigen und die Sonneneinstrahl-ung zunimmt, fliegen der große Rapsstängelrüssler und der gefleckte Kohltrieb-rüssler verstärkt in die Bestände ein.

Um den Zuflug zu überwachen und eine gute Entscheidungsgrundlage für oder gegen eine Behandlung zu bekommen, sollten nun, wo noch nicht geschehen, dringend Gelbschalen aufgestellt werden. Diese sollten ca. 15 - 30 m vom Feldrand im Rapsacker, möglichst neben Vorjahres-Rapsflächen, etwas über den Bestand erhöht platziert werden (Wasser, ein paar Tropfen Spülmittel und Abdeckgitter). Die Kontrolle der Gelbschalen sollte dann alle 2-4 Tage erfolgen.

Um unnötige Resistenzbildung zu vermeiden, beachten Sie unbedingt die Schadschwellen (siehe Seite 62 , Integrierter Pflanzenschutz 2020)

Beachten Sie auch insbesondere die Anzahl der Anwendungen der einzelnen Produkte, vor allem dort, wo im Herbst eine Erdflohbekämpfung stattgefunden hat. Ebenso sind natürlich alle weiteren Auflagen, wie z.B. Gewässerabstände, Drainage und Bienengefährdung, einzuhalten.

Bei Überschreiten der Schadschwellen kann eine Behandlung mit zugelassenen Pyrethroiden erfolgen. Je nachdem, ob dann auch Rapsglanzkäfer bekämpfungswürdig auftreten, erfolgt die Mittelwahl. Auszug möglicher Insektizide gegen Stängelrüßler:

Ohne Rapsglanzkäfer:         B4: Karate Zeon, Hunter, …

                                              B2: Bulldock, Decis forte (bei Drainage nicht vor 15. März), …

 Mit Rapsglanzkäfer:            B2: Trebon 30 EC

Der Rapsstängelrüssler hat nur einen kurzen (ca. 3-7 Tage), der Kohltriebrüssler  einen etwas längeren (ca. 10 Tage) Reifungsfraß nach Zuflug in die Rapsbestände. Danach legen sie ihre Eier ab, aus denen sich Larven entwickeln, die im Inneren der Stängel fressen. Eine Behandlung sollte unbedingt noch vor der Eiablage erfolgen. Der Gefleckte Kohltriebrüßler ist grau mit einem weißlichen Punkt am Rücken sowie rotbraune Beinglieder, ist kleiner und etwas heller als der große Rapsstängelrüssler.

Kontrollieren Sie Ihre Bestände auf vorhandene Ungräser (AFU) und Unkräuter. Wenn in Rapsbeständen noch eine Unkrautbekämpfungsmaßnahme durchgeführt werden muss, kann das bisherige Standardmittel Effigo (0,35 l/ha) oder das seit letztem Jahr zugelassene Mittel Korvetto (1,0 l/ha) eingesetzt werden. Wirkungsvorteile hat Korvetto insbesondere bei Storchschnabel, Taubnessel, Erdrauch, Besenrauke und Klatschmohn. Bei Mischungen mit Insektiziden, AHL und Gräser-/Ausfallgetreidemittel ist aber äußerste Vorsicht geboten; am besten Freigabe durch die chemische Industrie einholen. Möglichst nicht bei Nachtfrostgefahr behandeln.

Neben einer zeitigen Andüngung mit Stickstoff ist auch auf eine ausreichende Bor- und vor allem Schwefelversorgung zu achten.



Anwendung von Pflanzenschutzmitteln

Vor dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist die jeweilige Gebrauchsanleitung genauestens durchzulesen. Nach der Indikationszulassung dürfen alle Pflanzenschutzmittel nur noch in der genannten Kultur und nach den jeweiligen Anwendungsbestimmungen und Auflagen, wie etwa Tongehalt, Hangneigung oder Drainage, eingesetzt werden.

Insbesondere Abstände zu Oberflächengewässern sind zu beachten. Reduzierte Abstände sind bei bestimmten Mitteln mit Injektionsdüsen möglich (z.B.: AirMix 110 05, IDKN 120-04, IDKN 120-03 oder IDKT 120-03). Bei Gewässern von wasserwirtschaftlicher Bedeutung ist seit 01.01.2019 eine ackerbauliche Nutzung in diesem Randstreifen nicht mehr erlaubt. Mögliche Nutzungen siehe Merkblatt „Gewässerrandstreifen“.

Eine Orientierungshilfe zur Einstufung der Fließgewässer von wasserwirtschaftlicher Bedeutung finden Sie unter www.lubw.baden-wuerttemberg.de oder in FIONA bei Umweltdaten einen Haken bei AWGN setzen.

 

Feldspritzgeräte Kontrolle

Die Feldspritzen müssen alle 3 Jahre (6 Halbjahre) überprüft werden. Schauen Sie auf die Prüfplakette und sofern notwendig vereinbaren Sie mit Ihrer Kontrollwerkstatt einen Termin.

 

Aufzeichnungspflicht / Dokumentation

Über die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln sind elektronische oder schriftliche Aufzeichnungen zu führen. Diese müssen mindestens folgende Punkte umfassen:

- Name des Anwenders
- Anwendungsfläche (Bezeichnung der behandelten Fläche oder Bewirtschaftungseinheit)
- Anwendungsdatum
- Verwendetes Pflanzenschutzmittel
- Aufwandmenge
- Kulturpflanze

Die Aufzeichnungen sind zeitnah zu führen und müssen spätestens bis zum 31.12. des jeweiligen Jahres vorliegen. Die Aufzeichnungen sind mindestens drei Jahre aufzubewahren. Zum Zeitpunkt einer Kontrolle müssen die Aufzeichnungen des Vorjahres vorliegen.

Informationsmaterial 

Link zur Broschüre                                                                 Link zum Merkblatt

„Integrierter Pflanzenschutz“                                                     „Gewässerrandstreifen“

 

Pflanzenproduktionsberater
Thomas Kielmann

Tel.: 07161 202-2522

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