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Infoservice Pflanzenbau und Pflanzenschutz - Ackerbau


Ausgabe 9 / 17.10.2019


Wintergetreide

Die Aussaat der Wintergerste sollte, wo noch nicht geschehen, Ende dieser Woche abgeschlossen werden.

Nutzen Sie die aktuell günstige Bodenfeuchte für den Einsatz eines Bodenherbizids. Warten Sie nicht mit einer Behandlung auf das Frühjahr! Durch die Unkrautbehandlung im Herbst mit dem Wirkstoff Flufenacet betreiben Sie aktives Resistenzmanagement.

Bodenherbizide wie zum Beispiel Cadou SC, Herold SC oder Malibu können gleich nach der Saat bis zum 1- max. 2- Blattstadium des Ackerfuchsschwanzes appliziert werden. Fahren Sie nicht zu spät, so dass auf blattaktive Wirkstoffe verzichtet werden kann. Wenn der Ackerfuchsschwanz über das 2-Blatt Stadium hinausgewachsen ist, muss ein Blattpartner (z.B. Axial in Gerste oder CTU bzw. Atlantis im Weizen) zugemischt werden. Das ist zum einen aus Sicht des Resistenzmanagements negativ und zum anderen verteuert es die Maßnahme unnötig. Wichtig ist ein gleichmäßiges und feinkrümeliges Saatbett und möglichst feuchter Boden oder nachfolgender Niederschlag. Walzen vor der Herbizidbehandlung erhöht in der Regel die Wirkung. Die Herbstbehandlung mit einem Bodenherbizid sollte möglichst in allen Wintergetreidearten erfolgen, auch im Weizen. Achten Sie dabei auf die Zulassungen. Nicht alle Mittel sind zum Beispiel in Triticale zugelassen. Zum Teil variieren auch die Aufwandmengen je nach Kultur.

Bacara Forte darf diesen Herbst letztmalig eingesetzt werden. Der Wirkstoff Flurtamone wurde auf EU-Ebene nicht verlängert. Somit kann dieses Mittel und auch das bewährte Bacara Forte Set nur noch dieses Jahr eingesetzt und muss daher restlos aufgebraucht werden.

Kontrollieren Sie bereits aufgelaufene Bestände auf Blattläuse und Zikaden. Blattläuse sind in der Regel auf bzw. unter den Blättern zu sehen, wohingegen Zikaden sehr mobil sind und bei Bewegung sofort weghüpfen. Eine Behandlung sollte aus Resistenzgründen und zur Nützlingsschonung nur bei tatsächlich vorhandenem Befall durchgeführt werden. Die Bekämpfungsschwelle liegt bei 10% mit Blattläusen befallenen Pflanzen. Zugelassen sind in diesem Fall im Herbst nur Pyrethroide, wie beispielsweise Karate Zeon oder Bulldock. Wichtig ist, dass genügend Blattmasse vorhanden ist (2-3 Blattstadium der Kultur).

Achten Sie bei allen Mitteln neben den allgemeinen Auflagen auch auf die Abstandsauflagen zu Gewässern, vor allem bei Hangneigung oder auch auf Drainage- und Tonauflage.


Winterraps

Die Einkürzung des Rapses und auch die Bekämpfung von Ausfallgetreide und Ungräsern, insbesondere Ackerfuchsschwanz, sollte mittlerweile abgeschlossen sein bzw. nun zügig zu Ende gebracht werden.

Achten Sie im Raps nach wie vor auf den Rapserdfloh.

Auf Ackerfuchsschwanz-Problemflächen kann im Spätherbst, wenn die Bodentemperaturen unter 10 °C gefallen sind, zum Beispiel noch Cohort, Kerb Flo oder Milestone (alle Zulassung bis 31.01.2020) eingesetzt werden. Diese Mittel bekämpfen ganz kleine Ungräser, aber vor allem auch das komplette Samenpotential in den ersten 3-5 cm Boden (auch resistenter Ackerfuchsschwanz). Bei Fragen hierzu bitte einfach melden.


Online Umfrage Herbizidresistenz

Das Julius Kühn-Institut (JKI) und die Universität Rostock führen derzeit im Rahmen eines Projektes eine Umfrage zur Problematik der Herbizidresistenz unter konventionellen Landwirten durch.

Die Herbizidresistenz bei Unkräutern ist in den letzten Jahren immer stärker zur großen Herausforderung in der praktischen Landwirtschaft, und auch Thema in den Medien geworden. Dabei wird intensiv darüber diskutiert, welche ackerbaulichen Maßnahmen zur Resistenzvermeidung den höchsten Erfolg versprechen und wie die Anwendung solcher Maßnahmen in der Praxis erhöht werden kann.

Anhand der Umfrage möchten die WissenschaftlerInnen mehr über die Einschätzung der derzeitigen Resistenzsituation durch die Landwirte und die Durchführung von ackerbaulichen Maßnahmen zur Resistenzvermeidung auf den Betrieb erfahren. Auch soll evaluiert werden, wie sich die tägliche Arbeit der Landwirte durch das (potentielle) Auftreten von herbizidresistenten Unkräutern verändert hat, mit wem sie über die Herbizidresistenz-Problematik diskutieren und wie sie die zukünftige Entwicklung im Bereich Unkrautbekämpfung einschätzen. Eine Teilnahme an der Umfrage ist unter dem folgenden Link möglich:

https://www.umfrageonline.com/s/51f7e3f

Der Zeitaufwand der Teilnahme beträgt ca. 15 Minuten. Die Angaben erfolgen anonym und werden nur in aggregierter Form ausgewertet. Ein Rückschluss auf einzelne Personen oder Organisationen ist ausgeschlossen. Eine anschließende anonymisierte und zusammenfassende Auswertung wird in der Fachpresse und Wochenzeitschriften erfolgen.

Bei Fragen zur Umfrage und Interesse an den Ergebnissen stehen Dr. Lena Ulber und Dr. Han Zhang zur Verfügung.


Düngeverordnung (Sperrzeiten)

Die Ausbringung von Wirtschaftsdüngern in Form von Gärresten, Gülle und Jauche, organisch-mineralischen Stickstoffdüngern und Geflügelkot ist laut Düngeverordnung nur in den aufnahmefähigen Winterkulturen zulässig. Diese sind:

Winterraps, Ackerfutter und Zwischenfrüchte: bei Aussaat bis 15. September

Wintergerste: nur nach Getreidevorfrucht und Aussaat bis 01. Oktober

Die Düngung darf nur bei vorhandenem Düngebedarf und dann auch nur max. 30 kg/ha Ammonium-N oder 60 kg/ha Gesamt-N erfolgen.

Dabei gelten folgende Sperrfristen, in denen nichts ausgebracht werden darf:

Sperrzeit Ackerland: 01. Oktober 2019 bis zum 31. Januar 2020

Sperrzeit Grünland (und mehrj. Ackerfutter bei Aussaat bis 15. Mai): 01. November 2019 bis zum 31. Januar 2020

Festmist von Huf- und Klauentieren sowie Kompost: hier gilt lediglich eine Sperrzeit von 15. Dezember 2019 bis zum 15. Januar 2020.

Diese Regelung gilt nach der aktuellen DüV in Normalgebieten und kann zum Beispiel in Wasserschutzgebieten abweichen.


Thomas Kielmann

Pflanzenproduktionsberater

Tel.: 07161 202-2522





Ausgabe 8 / 19.09.2019


Winterraps

Wer seinen Raps noch nicht gegen Unkräuter und Ungräser behandelt hat, kann dies ab dem 2- bis zum 4- Blattstadium mit dem neuen blattaktiven Herbizid Belkar (Vorlage 0,25 l/ha Belkar + 0,25 l/ha Synero, gefolgt ab EC 16 von weiteren 0,25 l/ha Belkar) noch erledigen. Hier gibt es Einschränkungen bei der Wahl des Gräserherbizids: nur Focus Ultra, Panarex und Gallant Super sind für Mischungen mit Belkar freigegeben. Tankmischungen mit Fungiziden, dem Herbizid Fox und auch Bor-Düngern sind nicht möglich, ein Abstand von 7 Tagen bei Spritzfolgen ist einzuhalten. Wenn Belkar eingesetzt wird, darf nachfolgend im Herbst kein metconazolhaltiges Fungizid mehr eingesetzt werden. Mischungen mit allen zugelassenen Insektiziden sind möglich. Beachten Sie alle Auflagen des Mittels, insbesondere ist die Hangneigungsauflage zu erwähnen. Bei >2% Hangneigung muss ein 20 m breiter bewachsener Randstreifen zwischen Acker und Gewässer vorhanden sein.

Der Rapserdfloh ist im Moment größtenteils nur wenig vorhanden, sollte aber intensiv weiter beobachtet werden, vor allem bei sonnigem windstillem Wetter. Ab dem 3-Blatt-Stadium des Rapses sollten nicht mehr als 50 Käfer in 3 Wochen pro Gelbschale gefangen werden. Vermeiden Sie unnötige und zu frühe Spritzungen unterhalb der Schadschwelle.

Der richtige Termin zur Einkürzung des Rapses ist das 4-Blattstadium. Bei verzetteltem Auflauf kann eine Fungizidmaßnahme den Bestand „gleichziehen“, da die größeren Blätter mehr Wirkstoff aufnehmen und dann auch stärker eingekürzt werden. Bei normalen Beständen sind Produkte einzusetzen, die sowohl einkürzen als auch eine gute Fungizidwirkung mitbringen, wie etwa Folicur bzw. Orius mit ca. 0,7 l/ha oder 0,35 l/ha Toprex. Bei Tilmor ist die Fungizidwirkung im Vergleich zur Einkürzung im Vordergrund. Carax (Metconazolhaltig) kürzt am stärksten ein, bringt im Vergleich aber etwas weniger Fungizidwirkung mit. Beachten Sie immer die direkten Auflagen der jeweiligen Mittel, da auch bei gleichen Wirkstoffgehalten, je nach Zulassung unterschiedliche Auflagen gelten können.

Ausfallgetreide und Ackerfuchsschwanz sollten kontrolliert und nicht zu spät behandelt werden. Dies kann im 2-4 Blattstadium des Ackerfuchsschwanzes zum Beispiel mit Agil-S oder Fusilade Max erfolgen. Bei schwer bekämpfbarem Fuchsschwanz sind DIM-Produkte wie Select oder Focus Ultra zu bevorzugen.

Der Wirkstoff Triadimenol (Handelsnamez.B.: Matador) wurde zum 31.08.2019 widerrufen. Es gilt eine Aufbrauchfrist bis zum 28.02.2021. Nach Ablauf der Aufbrauchfrist gilt eine Entsorgungspflicht.

Grundsätzlich ist im Raps auf eine gute Bor-Versorgung zu achten, um die Winterfestigkeit zu erhöhen.

Kontrollieren Sie die Bestände auch auf Schnecken. Evtl. ist eine Randbehandlung ausreichend.



Wintergetreide

Lassen Sie sich nicht von dem schönen Wetter verleiten und säen Sie ihr Wintergetreide nicht zu früh aus. Insbesondere auf Ackerfuchsschwanz-Problemflächen sollte auch die Gerste auf keinen Fall schon im September gesät werden. Durch eine späte Saat kann der Druck an Ackerfuchsschwanzsamen deutlich reduziert werden und so das folgende Bodenherbizid entlastet werden. Die „Scheinsaat“ ist ein probates Mittel den Ackerfuchsschwanz zum Auflaufen zu bringen. Hierzu wird 10-14 Tage vor der eigentlichen geplanten Saat der Acker saatfertig hergerichtet. Anschließend läuft der Ackerfuchsschwanz aus und kann dann chemisch mit einem Glyphosat-Produkt bekämpft werden. Achten Sie dabei auf die Zulassung, nicht alle Mittel sind zur Anwendung vor der Saat zugelassen. Danach kann die richtige Saat möglichst ohne weitere Bodenbearbeitung erfolgen. Anstatt der chemischen Bekämpfung kann der Ackerfuchsschwanz nach der „Scheinsaat“ auch mechanisch bekämpft werden, allerdings werden dadurch weitere Samen zum Keimen angeregt.

Das Bodenherbizid wie zum Beispiel Cadou SC, Herold SC oder Malibu kann gleich nach der Saat bis zum 1- max. 2- Blattstadium des Ackerfuchsschwanzes appliziert werden. Fahren Sie nicht zu spät, so dass auf blattaktive Wirkstoffe verzichtet werden kann. Wichtig ist ein gleichmäßiges und feinkrümeliges Saatbett und möglichst feuchter Boden oder nachfolgender Niederschlag. Walzen erhöht in der Regel die Herbizidwirkung. Die Herbstbehandlung mit einem Bodenherbizid sollte möglichst in allen Wintergetreidearten erfolgen, auch im Weizen. Achten Sie dabei auf die Zulassungen. Nicht alle Mittel sind zum Beispiel in Triticale zugelassen.

Bacara Forte darf diesen Herbst letztmalig eingesetzt werden. Der Wirkstoff Flurtamone wurde auf EU-Ebene nicht verlängert. Somit kann dieses Mittel und auch das bewährte Bacara Forte Set nur noch dieses Jahr eingesetzt und muss daher restlos aufgebraucht werden.

Achten Sie bei allen Mitteln neben den allgemeinen Auflagen auch auf die Abstandsauflagen zu Gewässern, vor allem bei Hangneigung oder auch auf Drainage- und Tonauflage.



Thomas Kielmann

Pflanzenproduktionsberater

Tel.: 07161 202-2522


 





Ausgabe 7 / 06.08.2019



Stoppelmanagement

Nach der Ernte sollten die ausgefallenen Samen, z.B. von Ackerfuchsschwanz oder auch Ausfallraps, zum Keimen angeregt werden. Allerdings darf dazu der Boden nur minimal bearbeitet werden (max. 2 cm), da die vergrabenen bzw. zugeschüt-teten Samen sonst in eine Keimruhe fallen und dann erst Wochen, Monate oder sogar Jahre später unkontrolliert auflaufen. Da jetzt immer wieder mal Niederschläge fallen, empfiehlt es sich mit der Bodenbearbeitung so lange zu warten bis die erste Ackerfuchsschwanzwelle aufgelaufen ist, um diese dann mit einer flachen Bear-beitung zu bekämpfen und neue Samen zum Keimen anzuregen. Hier bietet sich die Verwendung eines Striegels, Messer- oder Prismenwalze, zur Not auch die Kurzscheibenegge mit ganz flacher Arbeitstiefe (möglichst 1-2 cm) an. Dieser Arbeitsgang kann je nach Bedarf wiederholt werden. Zwischen den Arbeitsgängen kann auch mit Glyphosat reinen Tisch gemacht werden. Zuletzt kann dann kurz vor der Saat die Grundbodenbearbeitung (mittels Grubber) erfolgen.



Sollten Sie Probleme mit Wurzelunkräutern, wie Distel, Winde, Ampfer oder Quecke haben, können diese bei ausreichender Blattmasse mit 5,0 l/ha Kyleo (Glyphosat + Wuchsstoff) bekämpft werden.

 Optimale Bedingungen für eine gute Dauerwirkung sind:

• möglichst kurze Getreidestoppel, Stroh abfahren oder kurz häckseln

• viel Blattmasse bei der Ernte erhalten, Wiederaustrieb abwarten, Winden mind. 20 cm

• gute Benetzung; optimal ist wüchsiges Wetter nach Regen oder bei Taubildung

 Die Wartezeit (Zeit bis zur Saat der Folgekultur) bei der Anwendung von Kyleo ist:

3 Tage vor Getreide, 7 Tage vor Gräsern und Sorghum, 14 Tage vor Zwischen-früchten (Senf, Phacelia, Klee-Arten) und 28 (!) Tage vor Raps.

Eine möglichst lange Einwirkzeit bis zur Bodenbearbeitung erhöht den Bekämpfungserfolg, diese sollte bei Ackerwinde mind. 14 – 17 (besser 21!) Tage betragen.

 

Auf drainierten Flächen ist Kyleo verboten.

Auch bei nachfolgenden ÖVF-Zwischenfrüchten darf kein Herbizid nach der Ernte der Vorfrucht eingesetzt werden.

Zu beachten sind alle Anwendungsbestimmungen und die jeweiligen Gebrauchsanleitungen der eingesetzten Mittel.



Zwischenfrucht

Zwischenfrüchte spielen eine immer größere Rolle, wobei meist einzelne Zwischenfrüchte in Reinsaat zur Aussaat kommen. Oft versprechen aber Mischungen vor allem im Hinblick auf die Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit und der Ertragssicherheit des Standortes mehr Erfolg. In der Regel wird bei Mischungen je nach Zusammensetzung mehr CO2 als in Reinsaaten gespeichert und die Stickstoffnachlieferung für die Folgekultur ist höher und gleichmäßiger. Unterschiedliche Durchwurzelungstiefen lockern den Boden und ziehen Nährstoffe aus verschiedenen Schichten. Durch verschiedene Wuchshöhen kommt es zu einem sehr dichten Bewuchs, welcher die Feuchtigkeit nahe der Bodenoberfläche hält. Um die Bodenfeuchte zu erhalten, ist aber auf jeden Fall darauf zu achten, dass über den Winter abfrierende Komponenten verwendet werden. Nach dem Abfrieren bildet sich eine Mulchdecke, die Verdunstung und Oberflächenabfluss minimiert. In 2018 hat sich gezeigt, dass Phacelia, (Rauhafer), Senf und Ramtillkraut dem Wasser- und Hitzestress am ehesten begegnen können. Als weitere Komponenten eignen sich Öllein, Leindotter ebenso wie Leguminosen (z.B. Klee, Erbsen, Wicken). Tillage Radish (Meliorationsrettich) macht eine tiefe Pfahlwurzel und lockert somit den Boden weit nach unten, auch durch eine Pflugsohle durch. Die Wahl der Zwischenfruchtmischung sollte sich auch nach der Fruchtfolge richten. So sollten in Rapsfruchtfolgen keine Kreuzblütler (z.B. Gelbsenf, Ölrettich) verwendet werden. Hier hat sich Phacelia gut bewährt. Eine dichte und gleichmäßige Zwischenfrucht kann neben den bekannten Vorteilen dazu beitragen, den Unkraut- und Ungrasdruck etwas von der Fläche zu nehmen. Ebenso wird Ausfallgetreide, welches im Herbst eine „grüne Brücke“ für Schädlinge wie Blattläuse bietet, unterdrückt. Die Aussaat sollte genauso gewissenhaft erledigt werden wie bei einer Hauptfrucht, so dass in den meisten Fällen, besonders bei mehreren unterschied-lichen Komponenten, eine ordentliche Drillsaat Vorteile hat.



Winterraps

Ein gut abgesetztes, feinkrümeliges Saatbett mit sorgfältiger Stroheinarbeitung ist Vorraussetzung für ein optimales Keimen und Auflaufen des Rapses. Die Bodenbearbeitung sollte so erfolgen, dass Strukturschäden ausgeschlossen sind. Ein rückverfestigtes Saatbett vermindert zudem den Schneckenbefall. Bei feuchter Witterung, auf schweren Böden und nach Begrünung treten Ackerschnecken vermehrt auf. Im Zeitraum von der Saat bis zum Auflaufen des Rapses muss dringend auf Schneckenbefall kontrolliert werden. Bei Bedarf ist sofort Schneckenkorn zu streuen.

Saatgut, das mit dem Wirkstoff Thiram (TMTD) gebeizt ist, darf nur noch dieses Jahr ausgesät werden! Es gilt eine Aufbrauchfrist bis 30.01.2020. Das mit diesem Wirkstoff gebeizte Saatgut muss danach entsorgt werden. Als Alternative steht eine neue Beize mit dem Namen Scenic Gold zur Verfügung, die eine Wirkung gegen Auflaufkrank-heiten inklusive Falscher Mehltau, Phoma und weitere haben soll.

Durch das Fehlen der insektiziden Beizen wird den jungen Rapspflanzen der chemische Schutz gegen den Rapserdfloh und die Kleine Kohlfliege fehlen. Für den Rapserdfloh gibt es Schadschwellen: Im frühen Zeitraum (bis 2-Blatt-Stadium des Rapses) darf der Lochfraß nicht größer als 10 % der Blattfläche an den Keim-/Laubblättern betragen. Der Lochfraß wird durch die Erdfloh-Fänge in den Gelbschalen bestätigt. Stellen Sie frühzeitig Gelbschalen raus. Der Zuflug kann bereits ab Ende August bis in den Oktober hinein stattfinden. Ab dem 3-Blatt-Stadium des Rapses sollten nicht mehr als 50 Käfer in 3 Wochen pro Gelbschale gefangen werden. Bei Überschreiten der Schadschwelle ist ein zugelassenes Insektizid einzusetzen. Nützlingsschonende Mittel, wie z.B. Mavrik Vita oder Evure, sind bevorzugt einzusetzen.

Bei der Unkrautbekämpfung kann auf bewährte Mittel (mit Metazachlor) im Vor- bzw. frühen Nachauflauf (0 - 7 Tage nach der Saat) zurückgegriffen werden, z.B.: Butisan Gold (2,5 l/ha), Fuego Top (2,0 l/ha) oder der Runway Kombi Pack (0,2 l/ ha Runway + 2,5 l/ ha Butisan Kombi). Für eine gute Wirkung muss der Boden feucht, das Saatbett gut abgesetzt und feinkrümelig sein. Der Runway Kombi Pack kann bei Bedarf auch gesplittet werden: Butisan Kombi im Vorauflauf vorgelegt und Runway als Spritzfolge im 3 bis 5- Blattstadium des Rapses nachgelegt werden. Vorteil der Splittingvariante ist eine bessere Klettenwirkung, wohingegen die Wirkung gegen Stiefmütterchen etwas besser ist, wenn beide Mittel zusammen zum frühen Termin gefahren werden. Zu beachten sind neben den normalen Anwendungsbestimmungen und den jeweiligen Gebrauchsanleitungen der eingesetzten Mittel insbesondere die Auflagen NG 349/350 („auf derselben Fläche keine Anwendung von Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Aminopyralid (NG 349) und Clopyralid (NG 350) im folgenden Kalenderjahr“). Wenn also auf einer Fläche Runway im Herbst gespritzt wurde, darf im Frühjahr kein Einsatz von Korvetto, Effigo oder Lontrel 720 SG erfolgen; auch dürfen z.B. Duanti oder Ariane C in der Folgekultur Getreide nicht zur Anwendung kommen.

Als metazachlorfreie Variante gibt es nun das neue Belkar bzw. den Belkar Power Pack (Belkar + Synero 30 SL). Die Anwendung im Nachauflauf sollte frühestens erfolgen, wenn der Raps im 2-Blattstadium ist (auch verzettelt aufgelaufene Pflanzen). Die Wirkung ist bei einer Splitting-Anwendung besser, wobei bei der ersten Anwendung dann die Zugabe von Synero 30 SL zu empfehlen ist. Die zweite Anwendung sollte frühestens nach 14 Tagen im 6 bis 8- Blattstadium erfolgen. Mischungen mit Graminiziden, Insektiziden, Wachstumsreglern oder Fungiziden sind nur zum Teil möglich. Hier empfiehlt es sich vorab Rücksprache mit Corteva zu halten, um die Mischung zu prüfen. Mischungen mit Bor-Düngern sind nicht zu empfehlen.



Thomas Kielmann

Pflanzenproduktionsberater

Tel.: 07161 202-2522









Ausgabe 6 / 07.06.19



Winterweizen / Triticale



Teilweise beginnt der Weizen jetzt zu Blühen. Folgende Faktoren erhöhen unter Anderem die Fusariumgefahr: Vorfrucht Mais (Stoppel nicht gemulcht), nicht wendende Bodenbearbeitung, anfällige Sorte. Wenn es in der Blüte regnet und Temperaturen über 20°C vorherrschen, besteht eine erhöhte Fusariuminfektionsgefahr. Der richtige Zeitpunkt, möglichst nahe an einem Niederschlagsereignis, für eine Fusarium-Behandlung ist, wenn im Randbereich die ersten Staubbeutel sichtbar werden. Fahren Sie vor einer Infektion, beträgt der Schutz in die Zukunft ca. 3 Tage. Bei einer Behandlung nach erfolgter Infektion können Sie rückwirkend von ca. 2 Tagen Schutz ausgehen. Ideal ist es somit in der Blüte zwischen Niederschlägen zu behandeln, um einen möglichst langen Wirkungszeitraum (ca. 2 Tage vor und 3 Tage nach Behandlung) zu bekommen. Zum Beispiel: Der Wetterbeicht sagt für heute Abend Gewitter / Regen voraus. Samstag und Sonntag trocken und dann am Montag und Dienstag wieder Niederschlag, danach trocken. Bei einer Behandlung am Samstag ist von einem Schutz von Freitag bis Dienstag auszugehen. Sehr starke Mittel sind zum Beispiel Prosaro, Proline, Input Classic und Osiris. Bei geringem Druck können auch etwas schwächere und günstigere Mittel wie zum Beispiel Folicur / Orius, Ampera verwendet werden. Wer noch kein carboxamidhaltiges Mittel eingesetzt hat, kann auch mit Skyway Xpro oder Siltra Xpro behandeln. Bei > 2 % Hangneigung kann mit Soleil, Magnello und Aviator Xpro bis zum 5 m Randstreifen ans Gewässer behandelt werden.



Kontrollieren Sie Ihre Bestände auf Getreidehähnchen und Blattläuse. Beachten Sie unbedingt die Schadschwellen. Getreidehähnchen: 0,5 – 1,5 Larven pro Halm bzw. 20% geschädigter Blattfläche; Blattläuse: 3-5 Läusen/Ähre bzw. 60-70% befallener Ähren. Falls eine Behandlung notwendig ist, verwenden Sie nützlingsschonende Insektizide wie zum Beispiel Mavrik Vita / Evure oder Teppeki, so dass die natürlichen Gegenspieler geschont werden. Achten Sie auf die sich zum Teil ändernde Bieneneinstufung bei einer Mischung mit einem Azol-Fungizid. In allen Fällen wird empfohlen nach dem täglichen Bienenflug zu fahren.



Thomas Kielmann

Pflanzenproduktionsberater

Tel.: 07161 202-2522







Ausgabe 5 / 28.05.19


Sommergerste

In den höheren Lagen und bei spät gesäten Gersten ist die Sommergerste jetzt im 2-Knoten Stadium. Der Krankheitsdruck ist im Moment moderat, allerdings können die jetzt gefallenen Niederschläge die Situation etwas ändern. Kontrollieren Sie daher Ihre Bestände regelmäßig. Bei Bedarf kann hier dann eine verhaltene Wachstumsreglermaßnahme (zum Beispiel Moddus, Calma, Countdown oder Prodax) mit einem Fungizid (zum Beispiel Input Classic) kombiniert werden. Dies wird in den meisten Fällen aber nicht notwendig sein. Bei einer Einmalbehandlung sollte das Fahnenblatt voll entwickelt sein. Wer dann noch Einkürzen muss, kann dies mit etephonhaltigen Mitteln wie zum Beispiel Camposan Extra, Cerone 660 oder Orlicht tun. Hier ist aber darauf zu achten, dass noch keine Grannen spitzen, da sonst die Ähre stecken bleiben kann. Die Aufwandmenge des Wachstumsreglers sollte in Mischung mit Fungiziden etwas reduziert werden. Die wichtigste Krankheit ist die Ramularia. Der günstigste Zeitpunkt zur Bekämpfung ist nach Ausbildung des letzten Blattes (Fahnenblatt voll entwickelt) bis zum Grannenspitzen. Zur sicheren Bekämpfung der Ramularia sollte zwingend eine Zumischung von „Chlortalonil“ aus dem Amistar Opti erfolgen. Als Mischpartner eignen sich zum Beispiel carboxamid-haltige Mittel wie Adexar, Aviator Xpro, Seguris, Elatus Era oder Siltra Xpro. Für eine bessere Mehltauwirkung kann hier auch Input Xpro oder Ascra Xpro (mit Amistar Opti) eingesetzt werden.

Wo schon carboxamidhaltige Fungizide in der Kultur eingesetzt wurden, sollte aus Resistenzgründen ohne Carboxamid gefahren werden, z.B.: Input Classic + Amistar Opti


Winterweizen

Die meisten Bestände befinden sich zwischen dem Spitzen des Fahnenblattes und dem Ährenschieben. Durch die aktuelle Witterung kommt es zu einer höheren Gefahr an Pilzerkrankungen. Von daher sollte jetzt, sobald es die Witterung zulässt, gefahren werden. Bei einer Einmalbehandlung sollte die Anwendung auf das voll entwickelte Fahnenblatt erfolgen. Mögliche Mittel sind hier unter anderen Ascra Xpro, Ceriax, Elatus Era Opti, Gigant Zakeo Opti oder Seguris Amistar Opti. Wer nur einmal behandelt, muss die volle Aufwandmenge fahren. Wird eine Fusarium-Behandlung in der Blüte eingeplant (und dann aber auch zwingend durchgeführt) kann die Aufwandmenge auf ca. 70-80 % reduzieren. Wer noch einkürzen muss/will, kann dies, solange die Blattscheide noch geschlossen ist, wie auch in der Sommergerste mit einem etephonhaltigen Mittel (Cerone 660, Camposan Extra) tun. Wachstumsregler-Aufwandmenge ebenso reduzieren. Eine Insektizidmaßnahme ist hier kritisch zu sehen, da die Resistenzgefahr erhöht wird und auch noch wichtige Nützlinge, die als Gegenspieler zu den Schaderregern stehen, mitbekämpft werden.


Mais

Wer keine Vorauflaufbehandlung durchgeführt hat, kann beispielsweise mit folgenden Mitteln im Nachauflauf bei entsprechenden Witterungsverhältnissen die Unkrautbekämpfung durchführen:



Normale Verunkrautung:

Elumis Peak Pack, Elumis Arrat Pack, Arigo B Pack oder eigene Mischungen aus z.B. Samson 4 SC, Motivell, Kelvin, Task, und Callisto, Maran sowie B235, Buctril.



Mit Hirse-Dauerwirkung:

MaisTer Power, Elumis P Dual Pack, Spectrum Komplett Pack, …



Die Behandlungen sollten frühzeitig ab dem 2-4 Blattstadium erfolgen. Bei rein (bzw. vorwiegend) über das Blatt wirkenden Mitteln, sollten die Ungräser und –kräuter aufgelaufen sein. Grundsätzlich gilt:

- Keine zu großen Temperaturschwankungen Tag / Nacht

- Max. 25 °C Tageshöchsttemperatur

- Wüchsiges Wetter

- Vitale und trockene Pflanzen, auch in der Tüte, mit guter Wachsschicht (ca. 48 h nach Regen)


Bekämpfung Problemunkräuter (siehe auch Heft „Integrierter Pflanzenschutz 2019“):

- Winde: Arrat + Dash ab 20 cm Trieblänge der Winden

- Distel: Effigo, Arrat + Dash


Beachten sie neben den produktspezifischen Anwendungsbestimmungen noch folgende Auflagen:

PROSULFURON: Eine Behandlung mit prosulfuronhaltigen Pflanzenschutzmitteln (Peak) und einer Aufwandmenge von 20 g/ha darf nur einmalig innerhalb eines Dreijahreszeitraums auf derselben Fläche erfolgen. Dies gilt auch rückwirkend, d.h. wenn Sie in 2017 oder 2018 diesen Wirkstoff eingesetzt haben, darf dieses Mittel in 2019 nicht angewendet werden.

NICOSULFURON: Auf derselben Fläche im folgenden Kalenderjahr keine Anwendung von Mitteln mit dem Wirkstoff Nicosulfuron z.B. Motivell, Kelvin, Milagro, Samson 4 SC, Elumis! Somit bleiben bei Mais nach Mais in der Regel nur noch die Produkte MaisTer Power und Cato + FHS übrig.

Stomp Aqua / Activus SC / Boxer: Mindestens 300 l/ha Wasser, ganze Fläche mit mindestens 90 % Abdriftminderung fahren, max. Fahrgeschwindigkeit 7,5 km/h und max. Windgeschwindigkeit 3 m/s.

Außerdem zu beachten: Im Wasserschutzgebiet, auch im Normalgebiet (OGL), darf kein terbutylazinhaltiges Pflanzenschutzmittel ausgebracht werden. Auch auf allen anderen Flächen wird aus Gründne des Gewässerschutzes ausdrücklich empfohlen keine Produkte mit dem Wirkstoff Terbutylazin einzusetzen.



Wer eine Maiszünslerbekämpfung mit Trichogramma plant, sollte diese jetzt beim Handelspartner bestellen.


Spritzenreinigung

Um Wirkstoffeinträge in die Kanalisation und Oberflächengewässer zu verhindern, muss die Reinigung der Spritze auf dem Feld erfolgen. Eine Reinigung auf befestigten Flächen ist nur erlaubt, wenn ein entsprechend ausgerüsteter Waschplatz vorhanden ist, bei dem das Waschwasser entweder aufgefangen und entsorgt wird oder in entsprechenden Vorrichtungen biologisch abgebaut werden kann. Eine ungereinigte Spritze muss so untergestellt werden, dass anhaftende Mittelrückstände vom Niederschlag nicht abgewaschen werden können.



Thomas Kielmann

Pflanzenproduktionsberater

Tel.: 07161 202-2522








Ausgabe 4 / 03.05.19

 

Wintergerste

In tieferen Lagen ist die Gerste zum Teil schon beim Grannenspitzen. Der Krankheitsdruck ist im Moment moderat, allerdings können die jetzt gefallenen Niederschläge die Situation etwas ändern. Kontrollieren Sie daher Ihre Bestände regelmäßig. Die wichtigste Krankheit ist die Ramularia. Der günstigste Zeitpunkt zur Bekämpfung ist nach Ausbildung des letzten Blattes (Fahnenblatt voll entwickelt) bis zum Grannenspitzen. Zur sicheren Bekämpfung der Ramularia sollte zwingend eine Zumischung von „Chlortalonil“ aus dem Amistar Opti erfolgen. Als Mischpartner eignen sich zum Beispiel carboxamid-haltige Mittel wie Adexar, Aviator Xpro, Seguris, Elatus Era oder Siltra Xpro.

Wo schon carboxamid-haltige Fungizide eingesetzt wurden, sollte aus Resistenzgründen ohne Carboxamid gefahren werden, z.B.: Input Classic + Amistar Opti


Winterweizen

In den frühen Lagen kommt der Weizen jetzt ins 1-2 Knoten-Stadium, der richtige Zeitpunkt zur Einkürzung, z.B. mit einer Mischung aus Moddus/CCC, Medax Top oder Prodax. Der Krankheitsbefall ist je nach Lage, Entwicklung, Sorte und Anbauintensität recht unterschiedlich. Eine regelmäßige Kontrolle, insbesondere auf Septoria, DTR, Gelbrost und Mehltau, sollte selbstverständlich sein.

Bei einer notwendigen Behandlung kann z.B. Capalo, Cirkon oder Input Classic verwendet werden. Bei einer Mischung mit Wachstumsregler, die Aufwandmenge des Wachstumsreglers reduzieren.

Gegen Unkräuter wie Distel, Winde, Klettenlabkraut u.a. kann noch je nach Unkraut z.B. Ariane C, Primus Perfect, Starane XL + MCPA, Pixxaro, Saracen (=altes Primus) oder Tomigan 200 eingesetzt werden. Gebrauchsanleitung (Anwendungszeitpunkt und vor allem Mischbarkeit) beachten!
 

Mais

Die feuchten Bedingungen sind im Moment ideal für eine Vorauflauf-Behandlung z.B. mit Spectrum, Activus SC oder Adengo.



Thomas Kielmann

Pflanzenproduktionsberater

Tel.: 07161 202-2522





Ausgabe 3 / 18.04.2019

Die Bestände sind dieses Jahr in allen Kulturen sehr unterschiedlich entwickelt. Nach den örtlich gefallenen Niederschlägen und den ansteigenden Temperaturen schreitet die Vegetation aber weiter voran. Die zeitlich notwendigen Pflanzenschutzmaßnahmen können, wenn keine Nachtfrostgefahr mehr besteht, jetzt durchgeführt werden.



Raps

In günstigen Lagen fängt der Raps bereits zu blühen an, während er in kälteren Lagen jetzt ins Knospenstadium kommt. Mit Beginn der Blüte wird der Rapsglanzkäfer zum Nützling. Beim Fraß in den Blüten bestäubt er die Pflanzen, so dass hier kein Insektizideinsatz mehr empfohlen wird. Von Ende Bestockung bis zum Blühbeginn gelten folgende Bekämpfungsrichtwerte: schwacher Bestand 5 Käfer/Pflanze; wüchsiger Bestand 10 Käfer/Pflanze. In nicht blühenden Beständen (auch kein Unkraut!) können noch B1-Mittel wie Avaunt oder Plenum 50 / Tafari eingesetzt werden. Beachten Sie bitte, dass für Plenum 50 / Tafari die Zulassung ausgelaufen ist, die Aufbrauchfrist nur noch bis 30.01.2020 gilt und somit nur noch dieses Jahr eingesetzt werden darf. Sind bereits blühende Pflanzen im Bestand, können Mavrik Vita bzw. Evure verwendet werden. Dieses sind solo B4, in Mischung werden sie zu B2 und es darf somit nur nach dem täglichen Bienenflug bis 23 Uhr behandelt werden. Möglich ist auch Biscaya, welches solo B4 ist, aber in Mischung mit einem Azolfungizid zu B1 wird, also nur in nicht blühenden Beständen gefahren werden darf. Ausnahme: Mischungen aus Biscaya mit Cantus Gold, Ortiva, Proline und Propulse bleiben bienenungefährlich. Jede unnötige Anwendung von Insektiziden ist im Hinblick auf die Wirksamkeit von

Mitteln sowie bereits bestehende Resistenzen zu vermeiden. Weitere Hinweise können Sie im Heft „Integrierter Pflanzenschutz 2019“ auf Seite 28 sowie in der Gebrauchsanleitung der jeweiligen Produkte nachlesen.



Wintergerste

Auch bei der Wintergerste sehen die Bestände dieses Jahr sehr unterschiedlich aus.

Es gibt zum Teil sehr gut entwickelte Bestände, welche nun das 1-2 Knotenstadium (EC 31/32) erreichen. Dies ist das optimale Stadium für eine Wachstumsreglermaßnahme z.B. mit Moddus, Calma, Countdown, Prodax oder Medax Top, falls diese notwendig sein sollte. Die Aufwandmengen sind von verschiedenen Faktoren, wie Temperatur, Bestandesdichte, Nährstoff- und Wasserversorgung abhängig. In Tankmischung mit einem Fungizid sollten die Aufwandmengen der Wachstumsregler etwas reduziert werden, da hier die Einkürzungsleistung verstärkt wird. Der Krankheitsdruck ist allerdings im Moment (noch) nicht sehr stark, kontrollieren Sie aber ihre Bestände regelmäßig. Aus Resistenzgründen sollte, wenn möglich Prothioconazol nur einmal in der Kultur eingesetzt werden. Falls Sie diesen Wirkstoff bereits in der Abschlussbehandlung einplanen, sollten Sie hier im vorderen Bereich Produkte mit einem anderen Wirkstoff wie z.B. Unix + Gladio oder Kayak. Diese sind allerdings, vor allem im Bereich Rynchosporium, nicht so stark einzuschätzen. Alternative: jetzt Prothioconazol einsetzen und in der Abschlussbehandlung eine andere Azol-Gruppe verwenden.

Beachten Sie in jedem Fall die Auflagen der einzelnen Mittel, insbesondere die Gewässerabstände:

Input Classic: 15 m bei 90% Abdriftminderungsklasse, bei Hangneigung über 2% sogar 20 m Abstand

Proline / Curbatur: 5 m bei 90% Abdriftminderungsklasse, bei Hangneigung über 2% sind es 10 m Abstand

Unix+Gladio: bei 0,8 l/ha: 10 m bei 90% Abdriftminderungsklasse, bei Hangneigung über 2% 20 m Abstand

Kayak: 5 m ab 50 % Abdriftminderungsklasse, bei Hangneigung über 2% 20 m Abstand



Auf der anderen Seite haben wir dieses Jahr immer wieder auch Bestände, die nicht so recht vorankommen und sehr ungleichmäßig sind. Zum einen liegt es vermutlich an den Nachtfrösten, die wir bis Anfang dieser Woche immer wieder hatten und die den Boden noch kühl gehalten haben. Zum anderen haben wir aber auch Virusbefall. Wir haben eine Verdachtsprobe zur Untersuchung eingeschickt. Hier wurden dann Gerstengelbverzwergungs- und Weizenverzwergungsvirus nachgewiesen, welche (im Herbst) von Blattläusen bzw. Zikaden übertragen werden. Direkte Bekämpfungsmaßnahmen können jetzt nicht mehr durchgeführt werden. Evtl. kann die Gerste durch eine weitere Düngergabe (auch Blattdünger und Spurennährstoffe) und hoffentlich weiteren Niederschlägen im Wachstum unterstützt werden.



Winterweizen

Die Herbizidbehandlungen im Weizen sind zum Großteil schon gelaufen. Wo diese Behandlung noch nicht erfolgt ist, sollte diese jetzt zügig abgeschlossen werden. Die Unkräuter und -gräser müssen noch getroffen werden, ansonsten ist mit Minderwirkungen zu rechnen. Blühende Unkräuter sind nur noch schwer zu bekämpfen. Weitere Informationen zum Mitteleinsatz finden Sie im vorherigen Rundschreiben. In dünnen Beständen kann die Zugabe von Cycocel die Pflanze zur zusätzlichen Bestockung anregen. Auch in lageranfälligen Sorten und bei hoher Nährstoffversorgung kann eine Zugabe von CCC Sinn machen. Voraussetzung ist allerdings, dass die Kronenwurzeln mindestens 4 cm lang sind, damit das Wurzelwachstum nicht beeinträchtigt wird. Die Zugabe erfordert sehr viel Fingerspitzengefühl und kann bei Trockenheit auch Schäden verursachen.



Sommergetreide

Da hier meist nur eine Wirkung über das Blatt vorhanden ist, sollten alle Unkräuter und -gräser aufgelaufen sein und auch getroffen werden. Der Einsatz sollte bei möglichst hoher Luftfeuchte auf „weiche“ Blätter erfolgen. Applikationen in den Morgenstunden nach nächtlichen Tauphasen sind von Vorteil. Bei Hochdruckwetterlage ohne nächtliche Tauphasen ist die Wachsschicht der Ungräser sehr ausgeprägt, die Wirksamkeit der Herbizide wird herabgesetzt. Alle weiteren Parameter, wie z.B. Wind, Temperatur sowie Auflagen und Anwendungsbestimmungen sind zu beachten.

In Sommergerste ist die Situation bei der Ungras- und Unkrautbekämpfung im Prinzip wie bei der im Herbst nicht behandelten Wintergerste. Zur Gräserbekämpfung bleibt nur Axial 50 mit entsprechenden Mischpartnern gegen breitblättrige Unkräuter übrig. Diese sind z.B. 70 gr/ha Biathlon 4D + 1,0 l/ha Dash oder 60 gr/ha Alliance / Pelican Delta + 60 ml/ha Troller / Axclean.

In Sommerhafer steht derzeit und wohl leider auch in Zukunft kein zugelassenes Gräsermittel zur Verfügung. Zur Bekämpfung von breitblättrigen Unkräutern können zum Beispiel Duplosan Super, Concert SX, Primus Perfect oder das breit wirksame Pointer Plus eingesetzt werden.



Mais

Mesurol ist zur diesjährigen Aussaat nochmal zugelassen. Da eine Wiederzulassung eher unwahrscheinlich ist, sollte kein mit Mesurol gebeiztes Saatgut übrig bleiben. Restbestände müssen im ungünstigsten Fall entsorgt werden.

Vorsorglich müssen folgende Schutzmaßnahmen hervorgehoben werden:

- Beim Umgang mit Maissaatgut, das mit Mesurol flüssig behandelt wurde, geeignete Schutzkleidung, Schutzhandschuhe und Schutzbrille tragen.

- Frauen im gebärfähigen Alter müssen den Kontakt (z.B. beim Beladen oder Säen) mit Saatgut, das mit Mesurol flüssig behandelt wurde, vermeiden.

Bei Storchschnabel-Problemen kann im Vorauflauf bzw. in den frühen Auflauf hinein z.B. Spectrum, Stomp Aqua oder Activus SC oder auch eine Kombination aus diesen Mitteln eingesetzt werden. Hierdurch haben wir auch eine gute Hirse-Dauerwirkung. Voraussetzung für eine gute Wirkung sind ein feines Saatbeet und vor allem feuchter Boden.



Thomas Kielmann
Pflanzenproduktionsberater

Tel.: 07161 202-2522






Ausgabe 2 / 06.03.2019


Wintergetreide


Allgemein

Nach den jetzt gefallenen Niederschlagsmengen und den wärmeren Temperaturen der letzten Wochen kommt die Vegetation immer mehr in Fahrt, auch wenn jetzt wieder etwas kältere Temperaturen vorhergesagt sind.

Die Herbstbehandlungen gegen Ackerfuchsschwanz und breitblättrige Unkräuter müssen dieses Jahr aufgrund der extremen Trockenheit im Herbst besonders sorgfältig auf ihre Wirksamkeit überprüft werden. Kontrollieren Sie Ihre Bestände!

Ackerfuchsschwanz sollte möglichst früh und bei hoher Luftfeuchte (>50%) bekämpft werden. Nicht bei größerer Frostgefahr (unter -2 °C) und sehr hohen Tag/Nacht-Temperaturschwankungen behandeln! Zur Vermeidung von Abdrift bitte die Windgeschwindigkeiten beachten. Da bei den meisten Mitteln größtenteils nur Blattwirkung vorhanden ist, sollte der Großteil der Ungräser und -kräuter aufgelaufen sein und auch getroffen werden, allerdings dürfen sie auch nicht zu groß sein. (z.B. Ackerfuchsschwanz bis Mitte Bestockung)

In den nächsten Tagen ist aufgrund von Wind und Regen kein optimales Spritzwetter vorhergesagt. Aber wenn die Äcker befahrbar sind, sollte die Andüngung jetzt zügig abgeschlossen werden, um den vorhergesagten Regen zur Einwaschung in bzw. Bindung an den Boden zu nutzen.

WICHTIG: Vor der ersten Düngergabe muss die Berechnung der Obergrenze nach DÜV vorliegen.

Weitere Hinweise erhalten Sie unter www.duengung-bw.de


Wintergerste

Gegen Ackerfuchsschwanz kann in Gerste eigentlich nur Axial 50 eingesetzt werden. Hier sind aus Wirkungs- und Verträglichkeitsgründen nur eingeschränkt Mischungen mit Unkrautpartnern möglich. Bei Resistenzproblemen ist eine Solobehandlung mit Axial 50 empfehlenswert.

Ansonsten können z.B. 70 gr/ha Biathlon 4D + 1,0 l/ha Dash, 75 gr/ha Alliance / Pelican Delta + 75 ml/ha Troller / Axclean, Omnera LQM oder Pointer Plus gemeinsam mit dem Gräsermittel verwendet werden.


Winterweizen / Triticale

Nach dem Auflaufen der Unkräuter und -gräser und passenden Spritzbedingungen kann hier mit der Behandlung begonnen werden. Wer eine Rapsfruchtfolge hat und noch mit z.B. Broadway zurechtkommt, kann dieses breit wirksame Mittel mit 220 gr/ha + 1,0 l/ha Netzmittel einsetzen. Bei Vorkommen von Taubnessel oder Phacelia sollte noch 0,25 l/ha Pixxaro zugesetzt werden. Wenn Trespen im Bestand sind, ist die Aufwandmenge auf 275 gr/ha + 1,1 l/ha Netzmittel zu erhöhen. Ein sehr starkes Mittel gegen Ackerfuchsschwanz stellt das neue Atlantis Flex dar. Es ist der Nachfolger vom bekannten Atlantis WG und kann ebenso in der Aufwandmenge angepasst werden. Von 200 gr/ha + 0,6 l/ha Biopower (entspricht ca. 300 gr/ha Atlantis WG) bis zu 330 gr/ha + 1,0 l/ha Biopower (entspricht ca. 500 gr/ha Atlantis WG) kann die Aufwandmenge je nach Situation variiert werden. Auflage Atlantis Flex: Auf drainierten Flächen nicht vor dem 15. März einsetzen.

Haben Sie keine Sommergerste (und eine maislastige Fruchtfolge), sollte im Weizen/Triticale zur Resistenzvorbeugung Mittel wie Traxos oder Axial als Gräsermittel verwendet werden. Als Mischpartner für die breitblättrige Wirkung können sowohl zu Atlantis Flex als auch zu Traxos / Axial z.B. 70 gr/ha Biathlon 4D + 1,0 l/ha Dash oder 75 gr/ha Alliance / Pelican Delta + 75 ml/ha Troller / Axclean verwendet werden.

Nicht zu Traxos / Axial, aber mischbar mit Atlantis Flex ist auch: 40 gr/ha Artus + 75 ml/ha Saracen oder 150 ml/ha Primus Perfect



Sommergetreide

Um die jetzt gefallenen Niederschläge und die „Winterfeuchte“, wo noch vorhanden, nutzen zu können, ist hier eine frühe Aussaat ratsam. In Sommergerste ist die Situation bei der Ungras- und Unkrautbekämpfung im Prinzip wie bei der im Herbst nicht behandelten Wintergerste. Zur Gräserbekämpfung bleibt nur Axial 50 mit entsprechenden Mischpartnern gegen breitblättrige Unkräuter übrig. Diese sind z.B. 70 gr/ha Biathlon 4D + 1,0 l/ha Dash oder 60 gr/ha Alliance / Pelican Delta + 60 ml/ha Troller / Axclean.

Da hier meist nur eine Wirkung über das Blatt vorhanden ist, sollten alle Unkräuter und -gräser aufgelaufen sein und auch getroffen werden. Alle Parameter, wie z.B. Wind, Luftfeuchte und Stadium sowie Auflagen und Anwendungsbestimmungen sind zu beachten.




 Anwendung von Pflanzenschutzmitteln

Vor dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist die jeweilige Gebrauchsanleitung genauestens durchzulesen. Nach der Indikationszulassung dürfen alle Pflanzenschutzmittel nur noch in der genannten Kultur und nach den jeweiligen Anwendungsbestimmungen und Auflagen, wie etwa Tongehalt, Hangneigung oder Drainage, eingesetzt werden.

Insbesondere Abstände zu Oberflächengewässern sind zu beachten. Reduzierte Abstände sind bei bestimmten Mitteln mit Injektionsdüsen möglich (z.B.: AirMix 110 05, IDKN 120-04, IDKN 120-03 oder IDKT 120-03). Bei Gewässern von wasserwirtschaftlicher Bedeutung sind nicht nur wie bisher bereits der Einsatz und die Lagerung von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln in einem Bereich von 5 m zur Böschungsoberkante verboten, sondern seit 01.01.2019 ist eine ackerbauliche Nutzung ist in diesem Randstreifen nicht mehr erlaubt. Mögliche Nutzungen sehen Sie im Merkblatt Nr. 36 „Gewässerrandstreifen“ des LTZ. (siehe unten)

Eine Orientierungshilfe zur Einstufung der Fließgewässer von wasserwirtschaftlicher Bedeutung bietet die Homepage der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg www.lubw.baden-wuerttemberg.de unter Daten- und Kartendienst (rechter Block --> Wasser --> Oberflächengewässer --> Fließgewässer) oder in FIONA bei Umweltdaten einen Haken bei AWGN setzen.


Feldspritzgeräte Kontrolle

Die Feldspritzen müssen alle 3 Jahre (6 Halbjahre) überprüft werden. Schauen Sie auf die Prüfplakette und sofern notwendig vereinbaren Sie mit Ihrer Kontrollwerkstatt einen Termin.


Aufzeichnungspflicht / Dokumentation

Über die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln sind elektronische oder schriftliche Aufzeichnungen zu führen. Diese müssen mindestens folgende Punkte umfassen:

- Name des Anwenders

- Anwendungsfläche (z.B.: Bezeichnung der behandelten Fläche oder Bewirtschaftungseinheit)

- Anwendungsdatum

- Verwendetes Pflanzenschutzmittel

- Aufwandmenge

- Kulturpflanze

Die Aufzeichnungen sind zeitnah zu führen und müssen spätestens bis zum 31.12. des jeweiligen Jahres vorliegen. Die Aufzeichnungen sind mindestens drei Jahre aufzubewahren. Zum Zeitpunkt einer Kontrolle müssen die Aufzeichnungen des Vorjahres vorliegen. Eine schlagspezifische Aufzeichnung ist nicht erforderlich. Die Aufzeichnungen müssen aber so gestaltet sein, dass nachvollziehbar ist, auf welcher Fläche welches Pflanzenschutzmittel mit welcher Menge und von wem angewendet wurde.



 

Link zur Broschüre „Integrierter Pflanzenschutz 2019“

Link zum Merkblatt „Gewässerrandstreifen“



 

Terminerinnerung:

Infoveranstaltung „Gemeinsamer Antrag“

am morgigen Donnerstag, 07.03.2019

um 20 Uhr im Löwen in Bad Boll


 



Thomas Kielmann

Pflanzenproduktionsberater

Tel.: 07161 202-2522


 





Ausgabe 1 / 25.02.19



Winterraps

Mit den warmen Temperaturen und der zunehmenden Sonneneinstrahlung beginnt in den Regionen ohne Schnee auch schon der erste Zuflug des großen Rapsstängelrüsslers und des gefleckten Kohltriebrüsslers (grau mit einem weißlichen Punkt am Rücken, kleiner und etwas heller als der große Rapsstängelrüssler). Um den Zuflug zu überwachen und eine gute Entscheidungsgrundlage für oder gegen eine Behandlung zu bekommen, sollten nun dringend Gelbschalen, wenn möglich in der Nähe von Vorjahres-Rapsflächen, aufgestellt werden. Diese sollten ca. 15-30 m vom Feldrand im Rapsacker etwas über den Bestand erhöht platziert werden (Wasser, ein paar Tropfen Spülmittel und Abdeckgitter). Die Kontrolle der Schalen sollte dann alle 2-4 Tage erfolgen.


Um unnötige Resistenzbildung zu vermeiden, beachten Sie bitte unbedingt die Schadschwellen:

Großer Rapsstängelrüßler: 10 Käfer in 3 Tagen in Gelbschale in aktuellem Rapsbestand

Gefleckter Kohltriebrüssler: 30 Käfer in 3 Tagen in Gelbschale in aktuellem Rapsbestand

Rapsglanzkäfer: schwacher Bestand 4 Käfer/Pflanze; wüchsiger Bestand 8 Käfer/Pflanze



Bitte beachten Sie auch die Anzahl der Anwendungen der einzelnen Produkte, vor allem dort, wo im Herbst eine Erdflohbekämpfung stattgefunden hat. Ebenso sind natürlich alle weiteren Auflagen, wie z.B. auch die Bienengefährdung, einzuhalten.

Der Rapsstängelrüssler hat nur einen kurzen (ca. 3-7 Tage), der Kohltriebrüssler (ca. 10 Tage) einen etwas längeren Reifungsfraß nach Zuflug in die Rapsbestände. Eine Behandlung sollte unbedingt noch vor der Eiablage erfolgen.

Bei Überschreiten der Schadschwellen kann eine Behandlung mit zugelassenen Pyrethroiden erfolgen.

Auszug möglicher Insektizide:

Ohne Rapsglanzkäfer: B4: Karate Zeon, Hunter, … B2: Bulldock, Decis forte, …

Mit Rapsglanzkäfer: B2: Trebon 30 EC

Kontrollieren Sie Ihre Bestände auch auf vorhandene Ungräser (AFU) und –kräuter. Wenn in Rapsbeständen noch eine Unkrautbekämpfungsmaßnahme durchgeführt werden muss, kann das Bisherige Standardmittel Effigo (0,35 l/ha) oder das neu zugelassene Mittel Korvetto (1,0 l/ha) eingesetzt werden. Wirkungsvorteile Korvetto insbesondere bei Storchschnabel, Taubnessel, Erdrauch, Besenrauke und Klatschmohn. Bei Mischungen mit verschiedenen Insektiziden, AHL und Gräser-/Ausfallgetreidemittel ist aber äußerste Vorsicht geboten.

Neben einer zeitigen Andüngung mit Stickstoff ist auch auf eine ausreichende Bor- und Schwefelversorgung zu achten.



Thomas Kielmann

Pflanzenproduktionsberater


Ausgabe 2 / 05.10.2018
  

·       Unkrautbekämpfung in Wintergetreide

·       Einkürzung Winterraps

·       Gewässerabstand (Merkblatt LTZ)

·       Schnecken

·       Maiszünsler und Fusarium

 


Unkrautbekämpfung in Wintergetreide

Wintergerste

Wo noch nicht geschehen, sollte in der Wintergerste nun die Herbst-Herbizidanwendung erfolgen. Die Unkrautbekämpfung mit Bodenherbiziden besonders gegen die Ungräser greift am besten, wenn sie im Vorauflauf bis spätestens zum Sichtbarwerden der Fahrgassen ausgebracht wird. Die Unkräuter sollten das 1 bis 2-Blatt-Stadium, das Klettenlabkraut das erste Quirl nicht überschritten haben. Für eine zufriedenstellende Wirkung ist ein feinkrümeliges, gut abgesetztes Saatbeet und v. a. ausreichende Bodenfeuchte förderlich. Allerdings wurden in der Vergangenheit auch schon bei trockenen Bedingungen gute Erfolge erzielt. Hier empfiehlt es sich dann in den frühen Morgenstunden (Tau) oder später abends zu fahren. Lieber früh und bei etwas trockeneren Bedingungen fahren, als auf Bodenfeuchte zu warten und dann zu spät zu kommen. Bei beginnenden und fortgeschrittenen Resistenzen kann zu 0,6 l/ha Herold SC auch noch 2,0 – 3,0 l/ha Boxer (als Resistenzbrecher) zugemischt werden oder der neue Boxer Cadou SC Pack (2,5 l/ha Boxer + 0,5 l/ha Cadou SC) eingesetzt werden. Die Mischungen mit Boxer können zu verstärkten Blattaufhellungen der Gerste führen.

IPU steht dieses Jahr nicht mehr zur Verfügung.

IPU-freie Mittel sind z.B.: Herold SC, Malibu, Boxer Cadou SC Pack oder Bacara Forte + Cadou SC (Cadou Forte Set).

Für pendimethalinhaltige Mittel (Activus SC, Malibu, Picona, Stomp Aqua) und prosulfocarbhaltige Mittel (Boxer, Filon) gelten die bekannten Auflagen:

  • Wasseraufwandmenge von mindestens 300 l/ha
  • Abdriftminderungsklasse 90 % auf der gesamten zu behandelnden Fläche einhalten
  • Fahrgeschwindigkeit max. 7,5 km/h
  • Windgeschwindigkeit max. 3 m/s

 

Ab dem 3-Blatt-Stadium kann das Bodenherbizid (ohne Boxer dann) auch mit z.B. 0,9 l/ha Axial 50 oder einem chlortholuronhaltigen Mittel aufgemischt werden. Beachten Sie hierbei die Auflagen für CTU-haltige Pflanzenschutzmittel.

Eventuell ist im zeitigen Frühjahr auch eine Nachbehandlung gegen Klette oder Ackerfuchsschwanz mit einem Blattherbizid erforderlich. Sofern der kleinste Ackerfuchsschwanz dann schon 2 Blätter hat und man davon ausgehen kann, dass nichts mehr nachkommt, kann z.B. mit Axial 50 (reines Blattherbizid) behandelt werden. Der kleine Ackerfuchsschwanz muss getroffen werden (entsprechende Düsen verwenden).

 

Eine Behandlung gegen Blattläuse und Zikaden als Virusvektoren ist erst ab dem

2 bis 3-Blatt-Stadium der Gerste sinnvoll, hier ist evtl. eine separate Überfahrt notwendig. Kontrollieren Sie daher Ihre Bestände regelmäßig.


 Winterweizen, Triticale

Bei früher Aussaat, was dieses Jahr öfters der Fall ist, wird im Herbst ebenso eine Herbizidbehandlung empfohlen. Dabei kann wie bei der Wintergerste z.B. Herold SC (in Wintertriticale nur max. 0,5 l/ha zugelassen!), der Boxer Cadou SC Pack oder Bacara Forte + Cadou SC (Cadou Forte Set) eingesetzt werden. Da die Zulassung für Lexus ruht, darf es nach aktuellem Stand nicht eingesetzt werden.


 Einkürzung Winterraps

Die Rapsbestände sind trotz der Trockenheit recht gut aufgelaufen und befinden sich überwiegend im 5 bis 7-Blatt-Stadium. In solchen Beständen sollte, sofern noch nicht geschehen, bevor die Pflanzen überwachsen, ein Wachstumsregler eingesetzt werden. Dafür stehen verschiedene Fungizide zur Verfügung, wie z.B. Caramba, Folicur, Orius (Zulassung erst ab 6-Blatt-Stadium!), Tilmor oder Toprex. Die Aufwandmenge liegt je nach Entwicklungsstadium und Mittel bei 0,5 bis 1,0 l/ha. Bei noch kleinen Beständen kann es auch Sinn machen eine Vorlage mit einer Teilmenge zu fahren und dann später bei Bedarf nochmal nachzukürzen. Mischungen innerhalb der Produkte sind möglich. Ebenso kann auch ein Mittel gegen Ungräser und Ausfallgetreide, wie z.B. Agil-S, zugesetzt werden. Eine Beimischung von Select + Öl ist bei bereits gestressten Beständen aus Sicht der Verträglichkeit etwas kritischer zu sehen. Achten Sie auch auf eine gute Bor-Versorgung, um den Bestand für den Winter zu stärken.


 Gewässerabstand und Hangneigung

Die Gebrauchsanleitung des jeweiligen Produktes hinsichtlich Gewässerabstand und Hangneigung ist in jedem Fall zu beachten!

 

Das LTZ hat das neue Merkblatt Nr. 36 „Gewässerrandstreifen in Baden Württemberg“ veröffentlicht. Sie finden dies unter www.ltz-bw.de - Service - Schriftenreihen - Merkblätter für die umweltgerechte Landbewirtschaftung


 Schnecken

Kontrollieren Sie insbesondere in pfluglos bestellten Flächen nach der Aussaat ihre Bestände und legen Sie am besten Kontrollstellen mit Schneckenkorn an. Streuen Sie bei Befall mit Schneckenkorn ab.


 Maiszünsler und Fusarium

In diesem Jahr trat der Maiszünsler verstärkt auf (abgeknickte Fahnen, Bohrlöcher mit austretendem Bohrmehl). Eine Zerkleinerung der Maisstoppeln durch Mulchen zerstört den Maiszünsler, der sich zur Überwinterung dort zurückgezogen hat und verringert auch die Ausbreitung von Fusarium im Frühjahr.

 


Thomas Kielmann

Pflanzenproduktionsberater


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